Kontist Geschäftskonto 2026 – Tarife, Kosten, automatische Steuerrücklage
Kontist wurde 2016 in Berlin gegründet und hat sich seitdem auf ein eng definiertes Zielsegment spezialisiert: Freiberufler, Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen, für die die steuerliche Selbstverwaltung eine zentrale Alltagsherausforderung ist. Das Alleinstellungsmerkmal von Kontist ist die automatische Echtzeit-Steuerrücklage: Bei jedem Zahlungseingang berechnet die App unmittelbar, welcher Anteil für Einkommensteuer und Umsatzsteuer zurückgelegt werden sollte, und transferiert diesen Betrag automatisch auf ein separates Unterkonto. Was bleibt, ist der effektiv verfügbare Betrag – als Planungshilfe für die Steuerlast; tatsächliche Nachzahlungen können je nach Gewinn und persönlicher Steuersituation dennoch entstehen.
Kontist gehört seit 2022 zu Ageras. Im Jahr 2025 vereinte die Gruppe ihre Marken unter Shine; die Banking-App wird von der Shine Germany GmbH betrieben. Die frühere Zugehörigkeit des französischen Shine zu Société Générale ist davon zu unterscheiden. Die Bankinfrastruktur – Kontoführung, IBAN, Zahlungsverkehr, Einlagensicherung – stellt Solaris SE (ehemals Solarisbank) bereit, ein BaFin-reguliertes Vollbankinstitut mit deutscher Banklizenz und gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Einleger.
Kontist bietet drei Tarife an: Free, Start und Plus. Der Kostenrahmen reicht von dauerhaft kostenlos (Free, ab 300 Euro monatlichem Habenumsatz) bis 25 Euro netto monatlich (Plus). Die Kontist Geschäftskonto Tarife unterscheiden sich primär in der Anzahl kostenloser Buchungen, dem Vorhandensein einer physischen Karte, dem Umfang der Buchhaltungsintegration und dem Zugang zur DATEV-Schnittstelle.
Kontist Geschäftskonto 2026: alle Tarife im Überblick
Free · Start · Plus – automatische Steuerrücklage in allen Tarifen
Konditionen auf einen Blick
- Tarife:
- Free (0 € / ab 300 € Umsatz) · Start (11 € / Monat) · Plus (25 € / Monat) · alle netto zzgl. MwSt.
- Inaktivitätsgebühr:
- 2 € / Monat bei Free-Tarif mit unter 300 € Habenumsatz
- Buchungen (Free):
- 5 kostenlos · ab 6. Buchung: 0,25 € je Transaktion
- Buchungen (Start):
- 30 kostenlos · ab 31. Buchung: 0,25 € je Transaktion
- Buchungen (Plus):
- 100 kostenlos · ab 101. Buchung: 0,25 € je Transaktion
- Karten:
- Physische Visa Debitkarten: Free 1, Start 2, Plus 5 inklusive (maximal eine pro gesetzlichem Vertreter) · Virtuelle Karten: Free 2 € / Monat, Start und Plus inklusive
- IBAN:
- Deutsch (DE) · Banking über Solaris SE
- Einlagensicherung:
- 100.000 € über Solaris SE (BaFin-regulierte Vollbank)
- Steuerrücklage:
- Automatisch in allen Tarifen · individuell anpassbare Steuersätze
- DATEV-Export:
- MT940-Umsatzexport ab Start; DATEV-Format mit Belegen nur in Plus
- Dispokredit:
- Bis 3.000 €, Antrag nach drei Monaten möglich; Bonität und Kreditbedingungen beachten
- Bargeldabhebung:
- Free: 2 € zzgl. Steuern; Start: zwei, Plus: vier EUR-Abhebungen monatlich inklusive, danach 2 € zzgl. Steuern · mögliche Automatenentgelte · Fremdwährung: Free 2 %, Start 1,75 %, Plus 1,5 %
- Bargeldeinzahlung:
- Nicht möglich
- Betreiber:
- Shine Germany GmbH (Ageras-/Shine-Gruppe) · gegründet 2016 Berlin
Stärken von Kontist
- Automatische Echtzeit-Steuerrücklage (alle Tarife)
- Free-Tarif dauerhaft kostenlos (ab 300 € Umsatz)
- Individuelle Steuersatz-Anpassung über Taxator
- Deutsche IBAN, Einlagensicherung 100.000 € über Solaris SE
- Dispokredit bis 3.000 € für Einzelunternehmer nach drei Monaten beantragbar, unabhängig vom Tarif
- DATEV-Export im Plus-Tarif inklusive
- Für zahlreiche Rechtsformen mit Sitz in Deutschland, darunter Einzelunternehmen, Freiberufler, GmbH, UG, GbR, AG und KG; vollständige Zulassungsliste und Voraussetzungen beachten
- Keine Schufa-Prüfung bei Kontoeröffnung
Einschränkungen
- Free-Tarif: nur 5 kostenlose Buchungen (sehr niedrig)
- Inaktivitätsgebühr 2 € bei unter 300 € Habenumsatz
- EUR-Abhebungen bei Free kostenpflichtig; Start enthält zwei und Plus vier monatlich
- Keine Bargeldeinzahlung
- DATEV-Format mit Belegen nur in Plus (25 € netto); MT940-Umsatzexport bereits in Start
- Steuerrücklage auf EÜR-Logik ausgelegt – begrenzt relevant für bilanzierende GmbHs
- Fremdwährungs-Aufschlag Free 2 %, Start 1,75 %, Plus 1,5 %
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Das Alleinstellungsmerkmal beim Kontist Geschäftskonto: die automatische Echtzeit-Steuerrücklage
Das Merkmal, das Kontist seit seiner Gründung von allen anderen Geschäftskontoanbietern unterscheidet, ist die automatische Steuerrücklage. Sie funktioniert in allen drei Tarifen – einschließlich des kostenlosen Free-Tarifs – ohne Aufpreis und ohne manuelle Konfiguration.
Das Prinzip: Bei jedem Zahlungseingang auf dem Kontist-Konto berechnet die App in Echtzeit den steuerlichen Anteil des eingehenden Betrags – bezogen auf die individuelle Situation des Kontobesitzers: Steuersatz der Einkommensteuer, Umsatzsteuerpflicht (Regelbesteuerung oder Kleinunternehmerregelung), pauschale Betriebsausgabenquote. Dieser errechnete Steueranteil wird automatisch auf ein separates Steuerrücklagen-Unterkonto transferiert. Was auf dem Hauptkonto verbleibt, ist der Betrag, den der Selbstständige effektiv verausgaben kann – ohne das Risiko, die Steuerlast zu vergessen.
Weitere Informationen: Das Alleinstellungsmerkmal beim Kontist Geschäftskonto: die automatische Echtzeit-Steuerrücklage
Der sogenannte Taxator ist die Konfigurationsoberfläche für diesen Prozess. Nutzer können ihre persönlichen Steuersätze anpassen, die Betriebsausgabenquote verändern, die Umsatzsteuerberechnung ein- oder ausschalten (relevant für Kleinunternehmer, die keine Umsatzsteuer ausweisen) und das Steuerrücklagen-Feature bei Bedarf vollständig deaktivieren. Der Taxator ist damit keine Blackbox, sondern ein konfigurierbares Werkzeug, das auf individuelle steuerliche Situationen angepasst werden kann.
Für bilanzierende Unternehmen – insbesondere GmbHs mit doppelter Buchführungspflicht nach HGB – ist das Feature weniger direkt relevant, da die steuerliche Planung dort durch den Jahresabschluss und die Steuererklärung des Steuerberaters gesteuert wird. Für Freiberufler und Solo-Selbstständige mit EÜR hingegen ist die automatische Rücklage ein konkreter Schutz vor der häufigsten finanziellen Falle der frühen Selbstständigkeit.
💡 Praxisbeispiel: Wie die automatische Steuerrücklage im Alltag wirkt.
Ein freiberuflicher Texter erhält im März eine Überweisung von 2.380 Euro brutto für 2.000 Euro netto von einem Auftraggeber. Der Taxator ist auf 30 % Einkommensteuerrücklage und 19 % Umsatzsteuerrücklage konfiguriert (bei einem steuerpflichtigen Umsatz).
Kontist berechnet automatisch: Einkommensteuer-Anteil = 2.000 × 30 % = 600 €. Umsatzsteuer-Anteil = 2.000 × 19 % = 380 € (im Bruttobetrag von 2.380 € enthalten).
Ergebnis: 980,00 € werden in dieser vereinfachten Modellrechnung auf das Steuerrücklagen-Unterkonto transferiert. Auf dem Hauptkonto verbleiben 1.400,00 €.
Der Texter sieht auf dem Startbildschirm sofort: Das ist der Betrag, den er tatsächlich ausgeben kann. Die Modellrechnung erleichtert die Rücklagenplanung; sie ersetzt nicht die tatsächliche Steuerberechnung und kann spätere Nachzahlungen nicht ausschließen.
Die drei Kontist Geschäftskonto-Tarife im Detail
Kontist Free – das kostenlose Basisangebot
Der Free-Tarif ist dauerhaft ohne monatliche Kontoführungsgebühr erhältlich – vorausgesetzt, der monatliche Habenumsatz auf dem Konto liegt bei mindestens 300 Euro. Bei einem Habenumsatz unter 300 Euro fällt eine Inaktivitätsgebühr von 2 Euro monatlich an. Das ist konzeptionell ähnlich wie die 500-Euro-Grenze der Skatbank, aber auf einem niedrigeren Niveau – für die meisten aktiv betriebenen Geschäftskonten problemlos erfüllbar.
Im Free-Tarif sind fünf SEPA-Buchungen pro Monat enthalten. Ab der sechsten fallen jeweils 0,25 Euro an. Bei 28 Buchungen entstehen somit 23 × 0,25 Euro = 5,75 Euro Zusatzbuchungskosten. Das ist weniger als der Start-Grundpreis von 11 Euro netto; ein Wechsel ist bei diesem Volumen allein wegen der Buchungskosten nicht günstiger. Für die Wahl zählen auch enthaltene Karten, Unterkonten und weitere Leistungen.
Im Free-Tarif sind eine physische Visa Debitkarte, automatische Steuerberechnung, Belegverwaltung und CSV-Exporte enthalten. Virtuelle Karten kosten im Free-Plan 2 Euro monatlich; Unterkonten gehören zu Start und Plus. Die ältere Jahrespreisangabe von 29 Euro für die physische Free-Karte entspricht nicht dem heutigen Leistungsumfang.
Kontist Start – der erste kostenpflichtige Tarif
Der Start-Tarif kostet 11 Euro netto monatlich und erweitert das Free-Angebot um 30 kostenlose Buchungen (statt 5), eine kostenlose physische Visa Debitkarte, einen beantragbaren Dispokredit bis 3.000 Euro, eine Buchhaltungsintegration über Schnittstellen (FastBill, Lexoffice-Anbindung) sowie Unterkonten mit eigener IBAN. Ab der 31. Buchung werden bei Start wie bei Free 0,25 Euro je zusätzlicher Transaktion berechnet. Die 25 zusätzlichen Freiposten sparen höchstens 6,25 Euro Buchungsgebühren pro Monat gegenüber Free. Der Start-Grundpreis von 11 Euro netto amortisiert sich daher nicht allein durch Buchungsfreiposten, sondern muss über die zusätzlichen Leistungen beurteilt werden.
Kontist Plus – die vollständige Lösung mit DATEV
Der Plus-Tarif kostet 25 Euro netto monatlich und enthält alle Leistungen des Start-Tarifs, erweitert um 100 kostenlose Buchungen monatlich, den DATEV-Format-Export mit Belegen (exklusiv im Plus-Tarif), erweiterte Umsatzsteuerauswertung, GoBD-konforme Belegarchivierung sowie eine direktere Steuerberater-Anbindung. Wenn die Steuerberatung einen DATEV-Format-Export einschließlich Belegen benötigt, ist dafür Plus vorgesehen. Für die Übergabe von Kontoumsätzen als DATEV-kompatible MT940-Datei reicht dagegen Start.
Alle drei Kontist Geschäftskonto Tarife im direkten Vergleich
| Merkmal | Free | Start | Plus |
|---|---|---|---|
| Grundgebühr / Monat (netto) | 0 € (ab 300 € Habenumsatz) | 11 € | 25 € |
| Inaktivitätsgebühr (unter 300 € Habenumsatz) | 2 € / Monat | Entfällt | Entfällt |
| Kostenlose SEPA-Buchungen / Monat | 5 | 30 | 100 |
| Preis je weiterer Buchung | 0,25 € | 0,25 € | 0,25 € |
| Virtuelle Visa Debitkarte | 2 € / Monat | Inklusive | Inklusive |
| Physische Visa Debitkarte | 1 inklusive | 2 inklusive, Vertretungsregel beachten | 5 inklusive, Vertretungsregel beachten |
| Automatische Steuerrücklage | ✔ (alle Tarife) | ✔ | ✔ |
| Rechnungstool | ✔ | ✔ | ✔ |
| Buchhaltungsintegration (FastBill, Lexoffice u. a.) | Schnittstelle zur Finanzbuchhaltung für Einzelunternehmer | Schnittstelle zur Finanzbuchhaltung für Einzelunternehmer | Schnittstelle sowie weitere Plus-Buchhaltungsfunktionen für Einzelunternehmer |
| DATEV-Export | Kein MT940- oder DATEV-Belegexport | MT940-Umsatzexport | MT940 und DATEV-Format mit Belegen |
| GoBD-konforme Belegarchivierung | Belegverwaltung; korrekte Zuordnung und Vollständigkeit erforderlich | Belegverwaltung; korrekte Zuordnung und Vollständigkeit erforderlich | Belegverwaltung; korrekte Zuordnung und Vollständigkeit erforderlich |
| Unterkonten mit eigener IBAN | Keine zusätzlichen Unterkonten inklusive | 3 inklusive | 5 inklusive |
| Dispokredit (bis 3.000 €) | Beantragbar für Einzelunternehmer nach 3 Monaten, Bonitätsprüfung | Beantragbar für Einzelunternehmer nach 3 Monaten, Bonitätsprüfung | Beantragbar für Einzelunternehmer nach 3 Monaten, Bonitätsprüfung |
| Bargeld abheben | 2 € je Abhebung zzgl. Steuern und ggf. Betreiberentgelt | 2 EUR-Abhebungen monatlich inklusive, danach 2 € zzgl. Steuern und ggf. Betreiberentgelt | 4 EUR-Abhebungen monatlich inklusive, danach 2 € zzgl. Steuern und ggf. Betreiberentgelt |
| Bargeld einzahlen | ✗ Nicht möglich | ✗ | ✗ |
Stand Mai 2026. Preise netto zzgl. 19 % MwSt. Zusätzliche SEPA-Buchungen: in Free, Start und Plus jeweils 0,25 € pro Transaktion über dem Freivolumen. Alle Angaben ohne Gewähr; stets aktuelle Konditionen auf kontist.com prüfen.
Breakeven-Analyse: Wann ist welcher Tarif günstiger?
💡 Free vs. Start: Ab wann lohnt der Wechsel?
Free enthält fünf SEPA-Buchungen pro Monat, Start 30. Darüber hinaus kostet eine Buchung in beiden Tarifen 0,25 €. Start hat zusätzlich einen Grundpreis von 11 € monatlich zzgl. Umsatzsteuer.
Vergleich bei 28 Buchungen pro Monat: Bei Free bleiben 23 kostenpflichtige Buchungen, also 23 × 0,25 € = 5,75 € Buchungskosten. Bei Start sind die 28 Buchungen im Freivolumen enthalten; es fällt aber weiterhin der Grundpreis von 11 € netto an.
Bei 30 oder mehr Buchungen beträgt der maximale Unterschied bei den Zusatzbuchungskosten 25 × 0,25 € = 6,25 € monatlich. Das deckt den Start-Grundpreis nicht. Eine Schwelle von 28 Buchungen, ab der Start allein durch Buchungsgebühren günstiger würde, gibt es deshalb nicht.
Empfehlung: Die Wahl sollte auch vom Bedarf an Unterkonten, virtuellen Karten und weiteren enthaltenen Leistungen abhängen. Mehr als zehn oder 15 Transaktionen machen Free nicht automatisch zur teureren Tarifwahl; maßgeblich sind die tatsächlich genutzten Leistungen.
💡 Start vs. Plus: Wann lohnt der Aufpreis von 14 €?
Der Plus-Tarif kostet 14 € netto mehr als Start. Ein Mehrwert ist der DATEV-Format-Export mit Belegen; Start enthält bereits einen DATEV-kompatiblen MT940-Umsatzexport. Bei einem Steuerberater, der für manuelle CSV-Übergabe monatlich 30 Minuten Mehraufwand hat und das mit 50–80 € / Stunde abrechnet, amortisiert sich der Plus-Tarif schnell.
Zudem enthält Plus 100 Freiposten (Start: 30). Wer monatlich 50–100 Buchungen tätigt, spart im Plus-Tarif gegenüber Start bei den Buchungskosten erheblich: Bei 100 Buchungen entstehen in Start 70 × 0,25 € = 17,50 € Zusatzbuchungskosten, in Plus dagegen keine. Bei 50 Buchungen sind es in Start 20 × 0,25 € = 5,00 €. Die Entgelte sind netto zu vergleichen: Bei 86 Buchungen kostet Start 11 € + 56 × 0,25 € = 25 € netto, ebenso viel wie Plus. Ab 87 Buchungen ist Plus bei gleicher sonstiger Nutzung günstiger. Laut Kontist-AGB kommen auf die Serviceentgelte die gesetzlichen Umsatzsteuern hinzu; 14 € netto Tarifaufpreis entsprechen bei 19 % Umsatzsteuer 16,66 € brutto.
Empfehlung Plus-Tarif: Bei Bedarf an DATEV-Export mit Belegen oder weiteren Plus-Buchhaltungsfunktionen lohnt ein genauer Vergleich. Allein die Buchungsgebühren sprechen gegenüber Start ab 87 monatlichen Buchungen für Plus, nicht bereits bei 40 oder 50.
Einlagensicherung und regulatorischer Rahmen
Kontist hält keine eigene Banklizenz. Das Banking läuft über die Solaris SE (früher Solarisbank), ein Berliner Banking-as-a-Service-Anbieter mit vollständiger Banklizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Einleger abgesichert – unmittelbar und direkt, ohne Safeguarding-Modell.
Solaris SE ist kein kleines FinTech, sondern eines der größten Banking-as-a-Service-Institute in Europa, das die Bankinfrastruktur für zahlreiche weitere digitale Finanzprodukte bereitstellt. Regulatorische Probleme mit der BaFin – insbesondere eine Anfang 2024 verhängte Sonderbeauftragte – führten zeitweise zu Verzögerungen bei Kontoeröffnungen und gelegentlichen Transaktionsproblemen bei einzelnen Anbietern, die auf Solaris SE aufbauen. Nutzerbewertungen von Kontist erwähnen vereinzelt Kontofreigabe-Verzögerungen, die auf diese Konstellation zurückgehen können.
Einordnung: Für wen eignet sich das Kontist Geschäftskonto?
Besonders geeignet: Freiberufler und Solo-Selbstständige, die Steuernachzahlungen strukturell vermeiden wollen. Die automatische Echtzeit-Steuerrücklage ist das konsequenteste Steuer-Planungstool, das ein Geschäftskontobanking-Produkt in Deutschland anbietet. Wer als Neueinsteiger in die Selbstständigkeit oder als erfahrener Freiberufler mit unregelmäßigem Einkommensfluss das Steuerproblem automatisiert lösen möchte, findet bei Kontist ein einzigartiges Feature.
Gut geeignet: Selbstständige mit DATEV-Steuerberater und mittlerem Buchungsvolumen. Im Plus-Tarif (25 Euro netto) bietet Kontist DATEV-Export, 100 Freiposten und GoBD-konforme Belegarchivierung – ein vollständiges Paket für die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater. Für Selbstständige mit 40–100 Buchungen monatlich und DATEV-Anforderung ist der Plus-Tarif preislich konkurrenzfähig.
Eingeschränkt geeignet: bilanzierende GmbHs. Die automatische Steuerrücklage ist auf EÜR-Logik ausgelegt und für Kapitalgesellschaften mit doppelter Buchführungspflicht weniger relevant. Kontist unterstützt neben Einzelunternehmern und Freiberuflern unter anderem GmbH, UG, GbR, AG und KG mit Sitz in Deutschland. Für bilanzierende Unternehmen ist die auf Einzelunternehmer zugeschnittene Steuerfunktion aber nicht mit deren eigener Körperschaft- und Gewerbesteuerplanung gleichzusetzen.
Genau vergleichen: Free-Tarif bei höherem Transaktionsvolumen. Ab der sechsten Buchung fallen jeweils 0,25 Euro an. Bei 15 Buchungen sind das 2,50 Euro, bei 50 Buchungen 11,25 Euro Zusatzbuchungskosten. Free wird dadurch nicht automatisch teurer als Start; andere Geschäftskonten mit größerem Freivolumen können je nach Kartenbedarf und Grundgebühr dennoch günstiger sein.
Nicht geeignet: Bargeld-intensive Branchen. Kontist bietet keine klassische Bargeldeinzahlung am eigenen Schalter. Bei Abhebungen gibt es tarifabhängige Freikontingente: zwei EUR-Abhebungen monatlich in Start und vier in Plus; zusätzliche Abhebungen und Abhebungen bei Free kosten 2 Euro zzgl. Steuern und gegebenenfalls Automatenentgelt. Das macht Kontist für Gastronomie, Einzelhandel oder Handwerk mit Barzahlungen ungeeignet.
Kontist Geschäftskonto im Wettbewerbsvergleich
| Kriterium | Kontist Free | Kontist Plus (25 €) | FYRST Base | Holvi Pro (9 €) | Accountable Free | Skatbank |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grundgebühr | 0 € (ab 300 € Umsatz) | 25 € | 0 € (nat. P.) | 9 € (Jahresabo 4,50 €) | 0 € | 0 € (ab 500 € Umsatz) |
| Freie Buchungen / Monat | 5 | 100 | 50 | 500 | Unbegrenzt | 50 |
| Steuerrücklage automatisch | ✔ (alle Tarife) | ✔ | ✗ | ✗ | ✔ (alle Tarife) | ✗ |
| DATEV-Export | ✗ | ✔ inklusive | Optional (+3 €) | Optional (+3 €) | ✗ (erst ab Plus-Tarif) | ✗ |
| Dispokredit | ✗ | ✔ bis 3.000 € | ✔ beantragbar | ✗ | ✗ | ✔ 6,17 % p.a. |
| Rechnungstool | ✔ | ✔ | ✗ | ✔ | ✔ | ✗ |
| Bargeld einzahlen | ✗ | ✗ | ✔ Postbank | ✗ | ✗ | ✗ |
| Einlagensicherung | 100.000 € Solaris SE (BaFin) | 100.000 € | 100.000 € Deutsche Bank AG | Safeguarding Partnerbanken | 100.000 € Swan.io / BNP Paribas | 100.000 € gesetzl. (EdVR) + BVR |
Stand Mai 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Konditionen variabel; stets direkt beim jeweiligen Anbieter prüfen.
Unternehmenshintergrund: Kontist in der Ageras-/Shine-Gruppe
Kontist wurde 2016 in Berlin von Selbstständigen für Selbstständige gegründet – mit dem primären Ziel, das Problem der unerwarteten Steuernachzahlung für Freiberufler zu lösen. Das Produkt entstand aus der persönlichen Erfahrung der Gründer, dass Selbstständige in Deutschland nach einem guten Geschäftsjahr oft von hohen Steuernachzahlungen überrascht werden, weil sie die Steuerlast auf ihre laufenden Einnahmen nicht kontinuierlich zurückgelegt haben.
Bankhintergrund, Aufsicht und weitere Informationen
Kontist ist seit Mitte 2022 Teil von Ageras. Seit der Zusammenführung der Gruppenmarken im Jahr 2025 unter Shine führt die Shine Germany GmbH die Banking-App und technischen Dienstleistungen weiter. Eine Übernahme durch Société Générale im Jahr 2025 fand nicht statt. Die strategische Ausrichtung – Fokus auf Selbstständige und Freiberufler, automatisierte Steuertools, digitales Banking – ist unverändert geblieben.
Die Bankinfrastruktur von Kontist basiert auf der Solaris SE (früher Solarisbank) – einem Berliner Banking-as-a-Service-Anbieter mit vollständiger Banklizenz unter BaFin-Aufsicht. Solaris SE stellt IBAN, Zahlungsverkehr und die Einlagensicherung bereit. Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Einleger abgesichert. Kontist selbst hält keine eigene Banklizenz.
Häufige Fragen zum Kontist Geschäftskonto 2026
Was kostet das Kontist Geschäftskonto 2026?
Kontist bietet drei Tarife: Free (kostenlos ab 300 Euro monatlichem Habenumsatz, sonst 2 Euro Inaktivitätsgebühr), Start (11 Euro netto monatlich) und Plus (25 Euro netto monatlich). Im Free-Tarif sind 5 kostenlose SEPA-Buchungen enthalten; ab der 6. Buchung fallen 0,25 Euro je Transaktion an. Im Start-Tarif sind 30 Buchungen kostenlos, im Plus-Tarif 100; auch dort kostet jede Zusatzbuchung 0,25 Euro. Alle Preise verstehen sich netto zzgl. 19 % MwSt.
Was ist die automatische Steuerrücklage beim Kontist Geschäftskonto?
Die automatische Steuerrücklage ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal von Kontist. Bei jedem Zahlungseingang berechnet die App in Echtzeit den steuerlichen Anteil des eingehenden Betrags – basierend auf individuell konfigurierbaren Steuersätzen für Einkommensteuer und Umsatzsteuer. Dieser Anteil wird automatisch auf ein separates Steuerrücklagen-Unterkonto transferiert. Das Feature ist in allen drei Tarifen inklusive – auch im kostenlosen Free-Tarif. Es ist primär für Freiberufler und Selbstständige mit EÜR relevant; für bilanzierende Kapitalgesellschaften hat es begrenzte Bedeutung.
Bietet das Kontist Geschäftskonto eine DATEV-Schnittstelle?
Es gibt unterschiedliche Exportwege: CSV steht in allen Tarifen zur Verfügung. Start und Plus bieten zusätzlich den DATEV-kompatiblen MT940-Export der Kontoumsätze. Nur Plus (25 Euro netto monatlich) enthält den DATEV-Format-Export mit Belegen als ZIP-Datei. Für die Tarifwahl kommt es daher darauf an, welches Format die Steuerberatung benötigt; ein MT940-Umsatzexport ersetzt nicht den Belegexport.
Welche Einlagensicherung gilt bei Kontist?
Das Banking bei Kontist läuft über die Solaris SE (früher Solarisbank), ein Berliner Banking-as-a-Service-Institut mit vollständiger Banklizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Einleger unmittelbar abgesichert. Kontist selbst hält keine Banklizenz; die regulatorische Verantwortung für das Konto liegt bei Solaris SE.
Wer steht hinter Kontist?
Kontist wurde 2016 in Berlin gegründet und gehört seit 2022 zu Ageras. Die Gruppenmarken treten seit 2025 unter Shine auf. Betreiberin der Kontist Banking-App ist die Shine Germany GmbH. Die operative Ausrichtung und das Kernprodukt von Kontist – Fokus auf Steuerrücklage und digitales Banking für Selbstständige – sind unverändert geblieben.
Für welche Rechtsformen kann ich ein Kontist Geschäftskonto eröffnen?
Kontist unterstützt alle gängigen deutschen Unternehmensrechtsformen: Freiberufler, Einzelunternehmer, GbR, GmbH, UG (haftungsbeschränkt), OHG, KG und AG. Die automatische Steuerrücklage ist auf die Logik der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ausgelegt und daher primär für nicht-bilanzierende Unternehmen relevant. Die Kontoeröffnung erfolgt vollständig digital ohne Schufa-Prüfung.
Geschäftskonto vergleichen – Kontist und alle Alternativen
Ob Kontist Free, Start oder Plus – oder eine der Alternativen wie FYRST, Holvi, Tide, Accountable oder die Skatbank: Im Vergleichsrechner finden Sie das passende Geschäftskonto für Ihr Transaktionsvolumen, Ihren Steuerberatungsbedarf und Ihre Anforderungen an Buchungsfreiposten, DATEV und Buchhaltungsintegration.
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