Wallester Geschäftskonto 2026 – Firmenkarten, IBAN-Konto und Ausgabenverwaltung im Überblick

Wallester ist ein estnisches Fintech-Unternehmen, das sich auf Unternehmenskarten, Ausgabenverwaltung und die Ausgabe von Visa-Karten im White-Label-Verfahren spezialisiert hat. Die Plattform richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die eine skalierbare Karteninfrastruktur für Mitarbeiter und Teams benötigen – von einzelnen virtuellen Karten für Online-Ausgaben bis hin zu mehreren tausend physischen und virtuellen Firmenkreditkarten für größere Organisationen.

Wallester ist kein klassisches Geschäftskonto im deutschen Sinne. Was Wallester anbietet, ist eine Kombination aus einem IBAN-Konto in Euro als Zahlungsverkehrsbasis, Visa-Firmenkarten in beliebiger Anzahl, einer zentralen Verwaltungsplattform zur Ausgabenkontrolle und -kategorisierung sowie Buchhaltungsintegrationen – jedoch ohne den vollen Funktionsumfang eines Vollbank-Geschäftskontos: kein Dispokredit, keine Kreditlinie, keine Bargeldeinzahlung, kein Steuerberater-Zugang, kein DATEV-Export im klassischen Sinne.

Für Unternehmen, die diese Einschränkungen akzeptieren und deren primäres Bedürfnis in der effizienten Verwaltung von Unternehmensausgaben über Karten liegt, ist Wallester eine strukturell interessante und preislich attraktive Lösung. Für alle anderen – Freiberufler mit einfachem Zahlungsverkehr, Kapitalgesellschaften mit umfangreichen Buchhaltungspflichten oder Unternehmen mit Bargeld-Bedarf – ist eine andere Lösung geeigneter.

Wallester Business 2026: Karten, IBAN-Konto, Ausgabenverwaltung

Estnisches FinTech · Visa Principal Member · Free bis Enterprise · Fokus: Kartenmanagement für Teams

📋 Konditionen auf einen Blick

Grundgebühr: 0 € / Monat im Free-Tarif (lebenslang kostenlos laut Anbieter)
Virtuelle Karten (Free): 300 kostenlos · jede weitere: 0,35 € / Monat
Physische Karten: Unbegrenzt kostenlos ausgebbar · Versandgebühr je Karte
IBAN: Individuelle IBAN (EUR) je Konto · EWR-weit nutzbar
SEPA-Überweisungen: Eingehend und ausgehend möglich
Bargeldeinzahlung: Nicht möglich · Aufladung per Überweisung
Währungen: EUR, USD, GBP und weitere – kostenloser Währungsumtausch in 10 Währungen
Buchhaltung: Xero- und QuickBooks-Integration · kein DATEV-Export
Regulierung: E-Geld-Institut, lizenziert in Estland (Finanzaufsicht: Eesti Pank / Finantsinspektsioon)
Einlagensicherung: Keine klassische Bankeinlagensicherung – Safeguarding-Modell nach E-Geld-Richtlinie
Geeignet für: Teams, Unternehmen aller Rechtsformen (GmbH, UG, AG, KG, Freiberufler)
Schufa-Prüfung: Keine

✅ Stärken von Wallester

  • 300 virtuelle Karten kostenlos im Free-Tarif
  • Unbegrenzte physische Karten in allen Tarifen
  • Individuelle Ausgabenlimits je Karte / Mitarbeiter
  • Echtzeit-Ausgabenübersicht zentral im Portal
  • Kostenloser Währungsumtausch in 10 Währungen
  • Massenüberweisungen (Bulk-Payments)
  • Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay u. a.
  • White-Label-Karten mit eigenem Unternehmensdesign möglich

⚠️ Einschränkungen

  • Kein vollständiges Geschäftskonto (kein Dispokredit, kein DATEV)
  • Keine Bargeldeinzahlung
  • Keine klassische Einlagensicherung (Safeguarding-Modell)
  • Keine Steuerberater- oder Steuerfunktionen
  • Keine deutschen Lösungen für DATEV oder Steuervorbereitung
  • Datenhaltung in Estland (DSGVO-konform, aber außerhalb DE)
  • Noch begrenzter Kundenstamm in Deutschland

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Unternehmenshintergrund: Wallester als Visa Principal Member aus Estland

Wallester wurde in Tallinn, Estland, gegründet und operiert als lizenziertes E-Geld-Institut unter der Aufsicht der estnischen Finanzaufsichtsbehörde (Finantsinspektsioon). Estland ist als EU-Mitglied Teil des Europäischen Wirtschaftsraums; die Lizenz gilt damit im gesamten EWR, also auch in Deutschland. Wallester ist offizieller Visa Principal Member – eine der höchsten Zertifizierungsstufen, die Visa an Finanzdienstleister vergibt. Das ermöglicht es Wallester, eigene Visa-Karten direkt auszugeben, ohne eine Zwischenstelle nutzen zu müssen.

Das Geschäftsmodell von Wallester unterscheidet sich grundlegend von dem klassischer Neobanken wie FYRST, Kontist oder Tide. Wallester verdient nicht primär durch Kontogebühren, sondern über die Interchange-Gebühren, die bei jeder Kartenzahlung anfallen und anteilig an den Kartenausgeber (Wallester) fließen. Das ist der Grund, warum Wallester die Basislösung dauerhaft kostenlos anbieten kann: Je mehr Transaktionen über Wallester-Karten laufen, desto größer die Interchange-Einnahmen. Zusätzlich generiert Wallester Umsatz durch White-Label-Partnerschaften mit Unternehmen, die eigene Kartenprogramme aufbauen wollen.

Die Plattform ist im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum sowie in Großbritannien, der Schweiz, Australien und den USA aktiv. Die primäre Zielgruppe im B2B-Segment sind Unternehmen mit Mitarbeitern, die häufig Geschäftsausgaben tätigen – Werbeagenturen, E-Commerce-Unternehmen, Reisebüros, Medieneinkaufsteams, Start-ups und mittlere Unternehmen.

Was Wallester ist – und was es nicht ist

Die wichtigste konzeptuelle Einordnung vorab: Wallester ist primär eine Ausgabenverwaltungs- und Kartenmanagement-Plattform mit IBAN-Konto – kein vollständiges Geschäftskonto im deutschen Sinne. Der Unterschied ist relevant für die Entscheidung, ob Wallester das richtige Produkt ist.

Was Wallester bietet: Ein IBAN-Konto in Euro, das per Überweisung aufgeladen werden kann, und von dem Zahlungen ausgehen können. Dazu eine beliebige Anzahl virtueller und physischer Visa-Karten für Mitarbeiter und Teams, mit individuellen Ausgabenlimits, Kategorisierungsregeln und zentraler Echtzeit-Übersicht. Buchhaltungsintegrationen für Xero und QuickBooks. Massenüberweisungen für Payroll und Lieferantenzahlungen. Karten in mehreren Währungen mit kostenlosem Umtausch.

Was Wallester nicht bietet: Keine vollständige Buchhaltungslösung mit DATEV-Export für deutsche Steuerberater. Keine Steuerberechnungs- oder Steuererklärungsfunktionen. Keinen Dispokredit oder Kontokorrentrahmen. Keine Bargeldeinzahlung. Keine klassische Bankeinlagensicherung nach dem deutschen oder europäischen Bankenstandard (100.000 Euro je Einleger via EdB oder vergleichbarem nationalen Sicherungsfonds). Wallester verwendet stattdessen ein Safeguarding-Modell nach der EU-E-Geld-Richtlinie, bei dem Kundengelder auf getrennten Konten bei regulierten Kreditinstituten verwahrt werden.

Für Unternehmen, die primär ein Buchungskonto mit DATEV-Anbindung und Steuerberater-Schnittstelle suchen, ist Wallester nicht das richtige Produkt. Für Unternehmen, die Ausgaben dezentral über viele Mitarbeiter verwalten und dabei Kosten und Transparenz maximieren wollen, ist Wallester eine strukturell sinnvolle Ergänzung – oder in bestimmten Konstellationen ein vollwertiger Ersatz für teure Corporate-Card-Lösungen traditioneller Banken.

Die Wallester-Tarife im Überblick

Wallester bietet seine Lösung in vier Tarifstufen an, die sich primär in der Anzahl kostenloser virtueller Karten und dem Funktionsumfang unterscheiden. Physische Karten sind in allen Tarifen ohne Mengenbegrenzung erhältlich; es fällt lediglich eine Versandgebühr je Karte an.

TarifGrundgebühr / MonatVirtuelle Karten inklusiveJe weitere virtuelle KarteBesonderheiten
Free0 €3000,35 € / MonatIBAN-Konto, unbegrenzte physische Karten, Ausgabenverwaltung, Echtzeit-Dashboard, API-Zugang, Xero / QuickBooks
PremiumAuf Anfrage (ca. 199–499 €)3.0000,20 € / MonatErweiterte Buchhaltungsintegration, priorisierter Support, mehr Limit-Flexibilität
Platinum999 € / Monat15.0000,10 € / MonatPhysische Platinum Business-Karten, Priority-Pass, Visa Luxury Hotel Collection, Premium-Visa-Vergünstigungen
Enterprise SuiteIndividuelle KonditionenIndividuell / unbegrenztVerhandelbarDedizierter Customer-Success-Manager, Onboarding-Support, offene Entwickler-APIs, 24/7-Priority-Support, White-Label-Optionen, individuelle Verträge

Stand Mai 2026. Alle Angaben auf Basis der auf wallester.com/de veröffentlichten Tarife und Marktauswertungen. Preise des Premium-Tarifs variabel und auf Anfrage; auf wallester.com/de/business/pricing stets aktuelle Konditionen prüfen.

Das IBAN-Konto: Zahlungsverkehrsbasis von Wallester

Jedes Wallester-Business-Konto erhält eine individuelle IBAN in Euro. Die IBAN wird von Wallester direkt vergeben; das Konto kann von jeder Bank im Europäischen Wirtschaftsraum und in Großbritannien per Überweisung aufgeladen werden. Eingehende SEPA-Überweisungen sowie ausgehende SEPA-Zahlungen sind möglich. Massenüberweisungen (Bulk-Payments) – etwa für Gehaltsauszahlungen oder gleichzeitige Lieferantenzahlungen – werden als native Funktion unterstützt. Das ist ein Funktionsmerkmal, das bei vielen kleineren FinTech-Kontoanbietern nicht verfügbar ist und insbesondere für Unternehmen mit regelmäßigen Payroll-Prozessen relevant ist.

Bargeldeinzahlungen sind über Wallester nicht möglich. Das Konto kann ausschließlich per Banküberweisung aufgeladen werden. Auch Bargeldabhebungen über die Wallester-Karten sind grundsätzlich möglich; die genauen Gebühren und Limits sind dem Preis- und Leistungsverzeichnis auf wallester.com zu entnehmen.

Mehrwährungsunterstützung ist ein weiteres Merkmal des Wallester-Kontos. Das Konto kann in mehreren Währungen – Euro, US-Dollar, Britisches Pfund und weiteren – geführt werden. Wallester bietet einen kostenfreien Währungsumtausch in zehn Währungen rund um die Uhr an. Für Unternehmen mit internationalem Zahlungsverkehr, die Transaktionen in verschiedenen Währungen ohne Umrechnungsgebühren abwickeln möchten, ist das ein relevanter Kostenvorteil gegenüber klassischen Geschäftskonten, die für Fremdwährungsüberweisungen erhebliche Aufschläge berechnen.

Das Kartenmanagement: Kernkompetenz von Wallester

Die eigentliche Stärke von Wallester liegt im Kartenmanagement. Im kostenlosen Free-Tarif erhält ein Unternehmen bis zu 300 virtuelle Visa-Karten ohne Grundgebühr. Jede weitere virtuelle Karte kostet 0,35 Euro monatlich. Physische Visa-Karten können in unbegrenzter Anzahl bestellt werden; es fällt lediglich eine Versandgebühr je Karte an.

Alle Karten lassen sich über das zentrale Wallester-Portal einzeln konfigurieren: Ausgabenlimits (täglich, wöchentlich, monatlich, je Transaktion), erlaubte Händlerkategorien (MCC-Codes), geografische Einschränkungen (Länder, in denen die Karte einsetzbar ist), Aktivierung und Deaktivierung in Echtzeit. Jede Karte kann einem bestimmten Mitarbeiter, Team oder Projekt zugeordnet werden. Transaktionen erscheinen in Echtzeit im zentralen Dashboard.

Diese Kombination aus Kartenmenge, Konfigurierbarkeit und Echtzeit-Übersicht ist das, was Wallester von klassischen Firmenkreditkartenanbietern unterscheidet: Keine Wartezeiten auf physische Karten – virtuelle Karten stehen sofort zur Verfügung. Keine Mindestausgaben für Mitarbeiterkarten. Vollständige Kontrolle über jeden Ausgabenkanal in einer zentralen Übersicht.

💡 Praxisbeispiel: Werbeagentur mit 15 Mitarbeitern und verteilten Ausgaben.

Eine Werbeagentur hat 15 Account Manager, die regelmäßig Ausgaben für Werbeschaltungen, Reisen, Software-Abonnements und Kundenveranstaltungen tätigen. Bisher: Sammelabrechnung über eine zentrale Firmenkredizkarte, manuelle Belegerfassung per E-Mail, monatliche Abgleichsrunde mit der Buchhaltung.

Mit Wallester Free: 15 individuelle virtuelle Karten für jeden Account Manager, je mit eigenem Monatslimit und Kategoriefreigabe. Alle Belege werden direkt in der Wallester-App fotografiert und der Transaktion zugeordnet. Die Buchhalterin sieht alle Ausgaben in Echtzeit im zentralen Dashboard und exportiert sie monatlich an Xero oder QuickBooks.

Ergebnis: kein manueller Abgleich, kein Belegsuchaufwand, volle Kostentransparenz in Echtzeit – zum Nulltarif im Free-Plan.

White-Label-Karten: Wallester für Unternehmen mit eigenem Branding

Eine besondere Funktion, die Wallester von allen anderen in dieser Artikelserie besprochenen Geschäftskonto-Anbietern unterscheidet, ist das White-Label-Kartenprogramm. Unternehmen können bei Wallester Visa-Karten mit ihrem eigenen Unternehmensdesign, Logo und Farbschema ausgeben – als physische und virtuelle Karten. Das ermöglicht es Unternehmen, ihren Mitarbeitern, Partnern oder Kunden Karten mit dem eigenen Markenbild zur Verfügung zu stellen.

Anwendungsfälle sind vielfältig: Unternehmen, die Prepaid-Ausgabenkarten für Kunden oder Mitarbeiter als Teil ihrer eigenen Marke ausgeben möchten, Reisebüros mit gebrandeten Ausgabenkarten, Technologieplattformen, die ihre eigenen Zahlungslösungen integrieren (Embedded Finance). Wallester gibt an, den Start eines White-Label-Kartenprogramms in vier bis acht Wochen zu ermöglichen.

Für die große Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen ist das White-Label-Feature nicht relevant. Es ist ein Merkmal, das Wallester für spezifische B2B-Konstellationen positioniert, nicht für das typische Freelancer- oder KMU-Geschäftskonto-Segment.

Buchhaltungsintegration und Einschränkungen für den deutschen Markt

Wallester bietet native Integrationen für die Buchhaltungssoftware Xero und QuickBooks. Transaktionsdaten können aus dem Wallester-Dashboard exportiert und in diese Systeme importiert werden. Für Unternehmen, die international arbeiten und auf Xero oder QuickBooks als Buchhaltungsplattform setzen, ist das eine sinnvolle Funktion.

Für den deutschen Markt ist der fehlende DATEV-Export ein struktureller Nachteil. DATEV ist die in Deutschland mit Abstand am weitesten verbreitete Steuerberatersoftware. Unternehmen, deren Steuerberater mit DATEV arbeitet – was in Deutschland bei der überwältigenden Mehrheit der Fall ist – können Wallester-Transaktionsdaten nicht direkt in die Steuerkanzlei übergeben, sondern müssen auf manuelle CSV-Exporte und manuelle Aufbereitung zurückgreifen. Das schränkt die operative Effizienz für den typischen deutschen Mittelständler ein, der DATEV-Anbindung als Standard voraussetzt.

Regulierung und Einlagensicherung bei Wallester

Wallester ist als E-Geld-Institut (Electronic Money Institution, EMI) in Estland unter der Aufsicht der estnischen Finanzaufsicht (Finantsinspektsioon) und der Estnischen Nationalbank (Eesti Pank) lizenziert. Estland ist EU-Mitglied; die Lizenz ist im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anerkannt.

Als E-Geld-Institut unterliegt Wallester nicht dem klassischen Bankenrecht und damit nicht dem europäischen Einlagensicherungssystem (DGSD), das Bankeinlagen bis 100.000 Euro je Einleger schützt. Stattdessen gilt das Safeguarding-Modell nach der EU-E-Geld-Richtlinie (EMD2): Kundengelder müssen von Wallester auf separaten, zweckgebundenen Konten bei regulierten Kreditinstituten oder in sicheren liquiden Anlagen gehalten werden. Das Geld kann nicht für eigene Geschäftstätigkeiten oder Kreditvergaben verwendet werden. Im Insolvenzfall von Wallester wären die Kundengelder aus der Insolvenzmasse herausgelöst und könnten an die Kunden zurückgegeben werden.

Das ist ein strukturell anderes Sicherungsmodell als die Bankeneinlagensicherung, bietet aber eine regulatorisch verankerte Schutzwirkung. Für die übliche operative Nutzung von Wallester – also das Halten von Betriebsmitteln auf den Karten und auf dem IBAN-Konto für laufende Ausgaben – ist das Safeguarding-Modell in der Praxis ausreichend. Unternehmen, die größere Liquiditätsreserven langfristig auf einem Konto parken möchten, sollten die Unterschiede zur klassischen Bankeinlagensicherung berücksichtigen.

Datenschutz und Datenhaltung

Wallester verarbeitet Kundendaten auf eigenen Servern in Estland. Estland ist EU-Mitglied; damit gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vollständig. Wallester ist nach dem PCI-DSS-Standard (Payment Card Industry Data Security Standard) zertifiziert – eine Pflichtanforderung für alle lizenzierten Kartenausgeber. Alle Datenübertragungen erfolgen über SSL-verschlüsselte Verbindungen.

Der Standort der Rechenzentren in Estland bedeutet, dass Daten außerhalb Deutschlands gespeichert werden – innerhalb der EU, aber nicht auf deutschem Boden. Für Unternehmen mit spezifischen Anforderungen an die Datenlokalisierung (z. B. in regulierten Branchen) ist das ein prüfenswerter Aspekt.

Einordnung: Für wen eignet sich Wallester?

Gut geeignet: Unternehmen mit Teams und verteilten Ausgaben. Wenn mehrere Mitarbeiter regelmäßig Geschäftsausgaben tätigen und eine zentrale, transparente Ausgabenkontrolle ohne manuellen Abgleich gewünscht ist, bietet Wallester im Free-Tarif einen strukturellen Mehrwert zu null Grundkosten. 300 virtuelle Karten für Teams, individuelle Limits, Echtzeit-Dashboard – das ist eine Lösung, für die klassische Filialbanken erhebliche Gebühren verlangen würden.

Gut geeignet: Unternehmen mit internationalem Zahlungsverkehr in mehreren Währungen. Der kostenlose Währungsumtausch in zehn Währungen und die Mehrwährungs-IBAN sind für internationale Unternehmen mit Ausgaben in Fremdwährungen ein kostenrelevanter Vorteil gegenüber Anbietern mit prozentualen Umrechnungsaufschlägen.

Gut geeignet: Unternehmen, die ein White-Label-Kartenprogramm aufbauen möchten. Wallester ist einer der wenigen Anbieter, die das im KMU-Segment zugänglich machen – ohne die komplexe Direktintegration als Visa-Programmmanager.

Eingeschränkt geeignet: Solo-Selbstständige und Freiberufler. Für Freiberufler mit wenigen monatlichen Transaktionen ist der Mehrwert der Kartenmanagement-Infrastruktur gering. Buchhaltungs-, Steuer- und DATEV-Funktionen fehlen. Andere Anbieter sind für diese Zielgruppe besser zugeschnitten.

Nicht geeignet: Unternehmen mit primärem Bedarf an DATEV-Schnittstelle, Dispokredit oder Bargeldeinzahlung. Wer einen klassischen deutschen Steuerberater mit DATEV-Anbindung hat, benötigt einen anderen Anbieter für sein Hauptkonto – oder muss Wallester als Ergänzungskonto für Kartenausgaben neben einem anderen Geschäftskonto führen.

Wallester im Wettbewerbsvergleich

KriteriumWallester FreeFYRST BaseVivid Free StartQonto Solo (9 €)Kontist Free
Grundgebühr0 €0 € (nat. P.)0 €9 € (+ MwSt.)0 €
Virtuelle Karten300 kostenlos1 KarteUnbegrenzt1 kostenlos1 Karte
Mehrwährungs-Support✔ 10 Währungen✔ 150+ WährungenEingeschränkt
Massenüberweisungen✔ nativEingeschränkt
DATEV-Schnittstelle✗ (Xero / QuickBooks)Optional (Aufpreis)In Entwicklung✔ inklusive✔ inklusive
Ausgabenlimits je Karte✔ individuell
Bargeld einzahlen✔ PostbankEingeschränktNur gegen Gebühr
EinlagensicherungSafeguarding (E-Geld-Richtlinie) – keine klassische 100.000-€-Einlagensicherung100.000 € Deutsche Bank AGJe nach Partnerstruktur100.000 €100.000 € Solarisbank

Stand Mai 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Konditionen aller Anbieter variabel; stets direkt beim jeweiligen Anbieter prüfen.

Häufige Fragen zum Wallester Geschäftskonto 2026

Ist Wallester ein vollständiges Geschäftskonto?

Wallester Business ist eine Kombination aus einem IBAN-Konto in Euro und einer Kartenmanagement-Plattform – kein vollständiges Geschäftskonto im deutschen Sinne. Es fehlen klassische Geschäftskontofeatures wie Dispokredit, DATEV-Schnittstelle für Steuerberater, Steuerberechnungsfunktionen und Bargeldeinzahlung. Für Unternehmen, deren primärer Bedarf in der effizienten Verwaltung von Mitarbeiterausgaben über Karten liegt, ist Wallester eine vollwertige Lösung. Als alleiniges Geschäftskonto für deutsche Unternehmen mit Steuerberater und DATEV-Anforderung ist es dagegen nicht ausreichend.

Wie viele Karten sind bei Wallester im Free-Tarif enthalten?

Im Wallester Free-Tarif sind 300 virtuelle Visa-Karten ohne monatliche Grundgebühr enthalten. Jede weitere virtuelle Karte kostet 0,35 Euro monatlich. Physische Karten können in allen Tarifen in unbegrenzter Menge bestellt werden; es fällt lediglich eine Versandgebühr je Karte an.

Welche Einlagensicherung gilt bei Wallester?

Wallester ist als E-Geld-Institut lizenziert, keine Bank. Es gilt kein klassisches Bankeinlagensicherungssystem nach dem europäischen DGSD-Standard (100.000 Euro je Einleger). Stattdessen operiert Wallester nach dem Safeguarding-Modell der EU-E-Geld-Richtlinie: Kundengelder werden auf separaten, zweckgebundenen Konten bei regulierten Kreditinstituten gehalten und können nicht für eigene Geschäftszwecke oder Kreditvergaben verwendet werden. Im Insolvenzfall von Wallester sind die Gelder aus der Insolvenzmasse herausgelöst und können zurückgegeben werden.

Hat Wallester eine DATEV-Schnittstelle?

Nein. Wallester bietet derzeit keine DATEV-Schnittstelle an. Die native Buchhaltungsintegration ist für Xero und QuickBooks verfügbar. Transaktionsdaten können als CSV exportiert werden. Für Unternehmen mit einem deutschen Steuerberater, der mit DATEV arbeitet, entsteht damit ein manueller Mehraufwand bei der Buchungsübergabe. Wallester ist in diesem Punkt für den deutschen Markt strukturell eingeschränkt.

Für welche Rechtsformen kann ein Wallester-Konto eröffnet werden?

Wallester richtet sich an Unternehmen aller Rechtsformen – Freiberufler, Einzelunternehmer, GmbH, UG, AG, KG, OHG und weitere. Da Wallester keine klassische Bankkontoverbindung mit Kreditprüfung eröffnet, gibt es keine Schufa-Abfrage. Die Kontoeröffnung erfolgt digital über das Wallester-Portal.

Was sind White-Label-Karten bei Wallester?

Wallester bietet als Visa Principal Member die Möglichkeit, Visa-Karten mit eigenem Unternehmensdesign auszugeben – sowohl physisch als auch virtuell. Das ist relevant für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern, Kunden oder Partnern gebrandete Karten zur Verfügung stellen möchten, ohne selbst eine vollständige Bankzulassung zu benötigen. Wallester gibt an, den Start eines solchen White-Label-Programms in vier bis acht Wochen zu ermöglichen. Für Standard-Geschäftskontokunden ohne White-Label-Bedarf ist diese Funktion nicht relevant.

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