Wallester Geschäftskonto 2026 – Firmenkarten, IBAN-Konto und Ausgabenverwaltung im Überblick
Wallester ist ein estnisches Fintech-Unternehmen, das sich auf Unternehmenskarten, Ausgabenverwaltung und die Ausgabe von Visa-Karten im White-Label-Verfahren spezialisiert hat. Die Plattform richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die eine skalierbare Karteninfrastruktur für Mitarbeiter und Teams benötigen – von einzelnen virtuellen Karten für Online-Ausgaben bis hin zu mehreren tausend physischen und virtuellen Firmenkreditkarten für größere Organisationen.
Wallester ist kein klassisches Geschäftskonto im deutschen Sinne. Was Wallester anbietet, ist eine Kombination aus einem IBAN-Konto in Euro als Zahlungsverkehrsbasis, Visa-Firmenkarten in beliebiger Anzahl, einer zentralen Verwaltungsplattform zur Ausgabenkontrolle und -kategorisierung sowie Buchhaltungsintegrationen – jedoch ohne den vollen Funktionsumfang eines Vollbank-Geschäftskontos: kein Dispokredit, keine Kreditlinie, keine Bargeldeinzahlung, kein Steuerberater-Zugang, DATEV-Verfügbarkeit abhängig vom aktuellen Integrationsumfang.
Für Unternehmen, die diese Einschränkungen akzeptieren und deren primäres Bedürfnis in der effizienten Verwaltung von Unternehmensausgaben über Karten liegt, ist Wallester eine strukturell interessante und preislich attraktive Lösung. Für alle anderen – Freiberufler mit einfachem Zahlungsverkehr, Kapitalgesellschaften mit umfangreichen Buchhaltungspflichten oder Unternehmen mit Bargeld-Bedarf – ist eine andere Lösung geeigneter.
Wallester Business 2026: Karten, IBAN-Konto, Ausgabenverwaltung
Estnisches FinTech · Visa Principal Member · Free bis Enterprise · Fokus: Kartenmanagement für Teams
Konditionen auf einen Blick
- Grundgebühr:
- 0 € / Monat im Free-Tarif (lebenslang kostenlos laut Anbieter)
- Virtuelle Karten (Free):
- 300 kostenlos · jede weitere: 0,35 € / Monat
- Physische Karten:
- Unbegrenzt kostenlos ausgebbar · Versandgebühr je Karte
- IBAN:
- Individuelle IBAN (EUR) je Konto · EWR-weit nutzbar
- SEPA-Überweisungen:
- Eingehend und ausgehend möglich
- Bargeldeinzahlung:
- Nicht möglich · Aufladung per Überweisung
- Währungen:
- EUR, USD, GBP und weitere – kostenloser Währungsumtausch in 10 Währungen
- Buchhaltung:
- Xero- und QuickBooks-Integration · DATEV in der Integrationsübersicht genannt; aktuelle Freischaltung prüfen
- Regulierung:
- Zahlungsinstitut Wallester AS, zugelassen durch Finantsinspektsioon in Estland
- Einlagensicherung:
- Keine klassische Bankeinlagensicherung – Safeguarding-Modell für Zahlungsinstitute
- Geeignet für:
- Teams, Unternehmen aller Rechtsformen (GmbH, UG, AG, KG, Freiberufler)
- Schufa-Prüfung:
- Keine
Stärken von Wallester
- 300 virtuelle Karten kostenlos im Free-Tarif
- Unbegrenzte physische Karten in allen Tarifen
- Individuelle Ausgabenlimits je Karte / Mitarbeiter
- Echtzeit-Ausgabenübersicht zentral im Portal
- Kostenloser Währungsumtausch in 10 Währungen
- Massenüberweisungen (Bulk-Payments)
- Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay u. a.
- White-Label-Karten mit eigenem Unternehmensdesign möglich
Einschränkungen
- Kein vollständiges Geschäftskonto (kein Dispokredit; DATEV-Integrationsumfang vorab prüfen)
- Keine Bargeldeinzahlung
- Keine klassische Einlagensicherung (Safeguarding-Modell)
- Keine Steuerberater- oder Steuerfunktionen
- Keine integrierte deutsche Steuererklärung; DATEV wird als Integration aufgeführt
- Datenhaltung in Estland (DSGVO-konform, aber außerhalb DE)
- Noch begrenzter Kundenstamm in Deutschland
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Was Wallester ist – und was es nicht ist
Die wichtigste konzeptuelle Einordnung vorab: Wallester ist primär eine Ausgabenverwaltungs- und Kartenmanagement-Plattform mit IBAN-Konto – kein vollständiges Geschäftskonto im deutschen Sinne. Der Unterschied ist relevant für die Entscheidung, ob Wallester das richtige Produkt ist.
Was Wallester bietet: Ein IBAN-Konto in Euro, das per Überweisung aufgeladen werden kann, und von dem Zahlungen ausgehen können. Dazu eine beliebige Anzahl virtueller und physischer Visa-Karten für Mitarbeiter und Teams, mit individuellen Ausgabenlimits, Kategorisierungsregeln und zentraler Echtzeit-Übersicht. Buchhaltungsintegrationen für Xero und QuickBooks. Massenüberweisungen für Payroll und Lieferantenzahlungen. Karten in mehreren Währungen mit kostenlosem Umtausch.
Was Wallester nicht bietet: Keine vollständige Buchhaltungslösung mit DATEV-Export für deutsche Steuerberater. Keine Steuerberechnungs- oder Steuererklärungsfunktionen. Keinen Dispokredit oder Kontokorrentrahmen. Keine Bargeldeinzahlung. Keine klassische Bankeinlagensicherung nach dem deutschen oder europäischen Bankenstandard (100.000 Euro je Einleger via EdB oder vergleichbarem nationalen Sicherungsfonds). Wallester verwendet stattdessen ein Safeguarding-Modell nach den für Zahlungsinstitute geltenden Sicherungsvorschriften, bei dem Kundengelder auf getrennten Konten bei regulierten Kreditinstituten verwahrt werden.
Für Unternehmen, die primär ein Buchungskonto mit DATEV-Anbindung und Steuerberater-Schnittstelle suchen, ist Wallester nicht das richtige Produkt. Für Unternehmen, die Ausgaben dezentral über viele Mitarbeiter verwalten und dabei Kosten und Transparenz maximieren wollen, ist Wallester eine strukturell sinnvolle Ergänzung – oder in bestimmten Konstellationen ein vollwertiger Ersatz für teure Corporate-Card-Lösungen traditioneller Banken.
Die Wallester-Tarife im Überblick
Wallester bietet seine Lösung in vier Tarifstufen an, die sich primär in der Anzahl kostenloser virtueller Karten und dem Funktionsumfang unterscheiden. Physische Karten sind in allen Tarifen ohne Mengenbegrenzung erhältlich; es fällt lediglich eine Versandgebühr je Karte an.
| Tarif | Grundgebühr / Monat | Virtuelle Karten inklusive | Je weitere virtuelle Karte | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 € | 300 | 0,35 € / Monat | IBAN-Konto, unbegrenzte physische Karten, Ausgabenverwaltung, Echtzeit-Dashboard, API-Zugang, Xero / QuickBooks |
| Premium | 199 € / Monat | 3.000 | 0,20 € / Monat | Alle Free-Funktionen; mehr virtuelle Karten und detaillierte Analysen |
| Platinum | 999 € / Monat | 18.000 | 0,10 € / Monat | Alle Premium-Funktionen; persönlicher Kundenbetreuer und Unterstützung beim Onboarding |
| Enterprise Suite | Individuelle Konditionen | Individuell / unbegrenzt | Verhandelbar | Dedizierter Customer-Success-Manager, Onboarding-Support, offene Entwickler-APIs, 24/7-Priority-Support, White-Label-Optionen, individuelle Verträge |
Stand Mai 2026. Alle Angaben auf Basis der auf wallester.com/de veröffentlichten Tarife und Marktauswertungen. Premium ist mit 199 € monatlich veröffentlicht; Enterprise-Konditionen werden individuell vereinbart; auf wallester.com/de/business/pricing stets aktuelle Konditionen prüfen.
Das IBAN-Konto: Zahlungsverkehrsbasis von Wallester
Jedes Wallester-Business-Konto erhält eine individuelle IBAN in Euro. Die IBAN wird von Wallester direkt vergeben; das Konto kann von jeder Bank im Europäischen Wirtschaftsraum und in Großbritannien per Überweisung aufgeladen werden. Eingehende SEPA-Überweisungen sowie ausgehende SEPA-Zahlungen sind möglich. Massenüberweisungen (Bulk-Payments) – etwa für Gehaltsauszahlungen oder gleichzeitige Lieferantenzahlungen – werden als native Funktion unterstützt. Das ist ein Funktionsmerkmal, das bei vielen kleineren FinTech-Kontoanbietern nicht verfügbar ist und insbesondere für Unternehmen mit regelmäßigen Payroll-Prozessen relevant ist.
Bargeldeinzahlungen sind über Wallester nicht möglich. Das Konto kann per Banküberweisung oder mit einer Kredit- beziehungsweise Debitkarte aufgeladen werden; die Kartenaufladung kostet laut Preisliste 1,20 %. Auch Bargeldabhebungen über die Wallester-Karten sind grundsätzlich möglich; die genauen Gebühren und Limits sind dem Preis- und Leistungsverzeichnis auf wallester.com zu entnehmen.
Mehrwährungsunterstützung ist ein weiteres Merkmal des Wallester-Kontos. Das Konto kann in mehreren Währungen – Euro, US-Dollar, Britisches Pfund und weiteren – geführt werden. Wallester bietet einen kostenfreien Währungsumtausch in zehn Währungen rund um die Uhr an. Für Unternehmen mit internationalem Zahlungsverkehr, die Guthaben zwischen Wallester-Währungskonten ohne zusätzlichen Umtauschaufschlag wechseln möchten; bei Kartenzahlungen in einer anderen Kontowährung gilt hingegen der Visa-Wechselkurs zuzüglich 2 %, ist das ein relevanter Kostenvorteil gegenüber klassischen Geschäftskonten, die für Fremdwährungsüberweisungen erhebliche Aufschläge berechnen.
Das Kartenmanagement: Kernkompetenz von Wallester
Die eigentliche Stärke von Wallester liegt im Kartenmanagement. Im kostenlosen Free-Tarif erhält ein Unternehmen bis zu 300 virtuelle Visa-Karten ohne Grundgebühr. Jede weitere virtuelle Karte kostet 0,35 Euro monatlich. Physische Visa-Karten können in unbegrenzter Anzahl bestellt werden; es fällt lediglich eine Versandgebühr je Karte an.
Alle Karten lassen sich über das zentrale Wallester-Portal einzeln konfigurieren: Ausgabenlimits (täglich, wöchentlich, monatlich, je Transaktion), erlaubte Händlerkategorien (MCC-Codes), geografische Einschränkungen (Länder, in denen die Karte einsetzbar ist), Aktivierung und Deaktivierung in Echtzeit. Jede Karte kann einem bestimmten Mitarbeiter, Team oder Projekt zugeordnet werden. Transaktionen erscheinen in Echtzeit im zentralen Dashboard.
Diese Kombination aus Kartenmenge, Konfigurierbarkeit und Echtzeit-Übersicht ist das, was Wallester von klassischen Firmenkreditkartenanbietern unterscheidet: Keine Wartezeiten auf physische Karten – virtuelle Karten stehen sofort zur Verfügung. Keine Mindestausgaben für Mitarbeiterkarten. Vollständige Kontrolle über jeden Ausgabenkanal in einer zentralen Übersicht.
💡 Praxisbeispiel: Werbeagentur mit 15 Mitarbeitern und verteilten Ausgaben.
Eine Werbeagentur hat 15 Account Manager, die regelmäßig Ausgaben für Werbeschaltungen, Reisen, Software-Abonnements und Kundenveranstaltungen tätigen. Bisher: Sammelabrechnung über eine zentrale Firmenkredizkarte, manuelle Belegerfassung per E-Mail, monatliche Abgleichsrunde mit der Buchhaltung.
Mit Wallester Free: 15 individuelle virtuelle Karten für jeden Account Manager, je mit eigenem Monatslimit und Kategoriefreigabe. Alle Belege werden direkt in der Wallester-App fotografiert und der Transaktion zugeordnet. Die Buchhalterin sieht alle Ausgaben in Echtzeit im zentralen Dashboard und exportiert sie monatlich an Xero oder QuickBooks.
Ergebnis: kein manueller Abgleich, kein Belegsuchaufwand, volle Kostentransparenz in Echtzeit – zum Nulltarif im Free-Plan.
White-Label-Karten: Wallester für Unternehmen mit eigenem Branding
Eine besondere Funktion, die Wallester von allen anderen in dieser Artikelserie besprochenen Geschäftskonto-Anbietern unterscheidet, ist das White-Label-Kartenprogramm. Unternehmen können bei Wallester Visa-Karten mit ihrem eigenen Unternehmensdesign, Logo und Farbschema ausgeben – als physische und virtuelle Karten. Das ermöglicht es Unternehmen, ihren Mitarbeitern, Partnern oder Kunden Karten mit dem eigenen Markenbild zur Verfügung zu stellen.
Anwendungsfälle sind vielfältig: Unternehmen, die Prepaid-Ausgabenkarten für Kunden oder Mitarbeiter als Teil ihrer eigenen Marke ausgeben möchten, Reisebüros mit gebrandeten Ausgabenkarten, Technologieplattformen, die ihre eigenen Zahlungslösungen integrieren (Embedded Finance). Wallester gibt an, den Start eines White-Label-Kartenprogramms in vier bis acht Wochen zu ermöglichen.
Für die große Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen ist das White-Label-Feature nicht relevant. Es ist ein Merkmal, das Wallester für spezifische B2B-Konstellationen positioniert, nicht für das typische Freelancer- oder KMU-Geschäftskonto-Segment.
Buchhaltungsintegration und Einschränkungen für den deutschen Markt
Wallester bietet native Integrationen für die Buchhaltungssoftware Xero und QuickBooks. Transaktionsdaten können aus dem Wallester-Dashboard exportiert und in diese Systeme importiert werden. Für Unternehmen, die international arbeiten und auf Xero oder QuickBooks als Buchhaltungsplattform setzen, ist das eine sinnvolle Funktion.
Für die Zusammenarbeit mit deutschen Steuerkanzleien ist insbesondere der DATEV-Integrationsumfang relevant. Wallester nennt DATEV neben Xero, QuickBooks, NetSuite, Sage Intacct, FreshBooks, Exact Online und Pennylane in seiner offiziellen Integrationsübersicht. Gleichzeitig weist der Anbieter darauf hin, dass einige Anbindungen noch entwickelt und schrittweise ergänzt werden. Unternehmen sollten deshalb vor der Nutzung mit der Steuerkanzlei klären, welche Daten, Belege und Exportformate im eigenen Portal tatsächlich verfügbar sind. Eine angekündigte oder gelistete Anbindung ist nicht automatisch eine vollständig freigeschaltete Schnittstelle für jeden Kunden.
Regulierung und Einlagensicherung bei Wallester
Wallester AS ist ein in Estland zugelassenes Zahlungsinstitut, keine Bank und kein als solches zugelassenes E-Geld-Institut. Zuständige Aufsichtsbehörde ist die Finantsinspektsioon. Im Register ist die Lizenz 4.1-1/224 vom 18. Dezember 2017 verzeichnet. Sie umfasst unter anderem die Ausführung von Zahlungsvorgängen sowie die Ausgabe von Zahlungsinstrumenten. Grenzüberschreitende Dienstleistungen werden für die jeweils im Register gemeldeten Länder angeboten; die estnische Zulassung ist nicht mit einer deutschen Banklizenz gleichzusetzen.
Als Zahlungsinstitut unterliegt Wallester nicht dem klassischen Bankenrecht und damit nicht dem europäischen Einlagensicherungssystem (DGSD), das Bankeinlagen bis 100.000 Euro je Einleger schützt. Stattdessen gilt das Safeguarding-Modell nach den für Zahlungsinstitute geltenden Sicherungsvorschriften: Kundengelder müssen von Wallester auf separaten, zweckgebundenen Konten bei regulierten Kreditinstituten oder in sicheren liquiden Anlagen gehalten werden. Das Geld kann nicht für eigene Geschäftstätigkeiten oder Kreditvergaben verwendet werden. Im Insolvenzfall von Wallester wären die Kundengelder aus der Insolvenzmasse herausgelöst und könnten an die Kunden zurückgegeben werden.
Das ist ein strukturell anderes Sicherungsmodell als die Bankeneinlagensicherung, bietet aber eine regulatorisch verankerte Schutzwirkung. Für die übliche operative Nutzung von Wallester – also das Halten von Betriebsmitteln auf den Karten und auf dem IBAN-Konto für laufende Ausgaben – ist das Safeguarding-Modell in der Praxis ausreichend. Unternehmen, die größere Liquiditätsreserven langfristig auf einem Konto parken möchten, sollten die Unterschiede zur klassischen Bankeinlagensicherung berücksichtigen.
Datenschutz und Datenhaltung
Wallester verarbeitet Kundendaten auf eigenen Servern in Estland. Estland ist EU-Mitglied; damit gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vollständig. Wallester ist nach dem PCI-DSS-Standard (Payment Card Industry Data Security Standard) zertifiziert – eine Pflichtanforderung für alle lizenzierten Kartenausgeber. Alle Datenübertragungen erfolgen über SSL-verschlüsselte Verbindungen.
Der Standort der Rechenzentren in Estland bedeutet, dass Daten außerhalb Deutschlands gespeichert werden – innerhalb der EU, aber nicht auf deutschem Boden. Für Unternehmen mit spezifischen Anforderungen an die Datenlokalisierung (z. B. in regulierten Branchen) ist das ein prüfenswerter Aspekt.
Einordnung: Für wen eignet sich Wallester?
Gut geeignet: Unternehmen mit Teams und verteilten Ausgaben. Wenn mehrere Mitarbeiter regelmäßig Geschäftsausgaben tätigen und eine zentrale, transparente Ausgabenkontrolle ohne manuellen Abgleich gewünscht ist, bietet Wallester im Free-Tarif einen strukturellen Mehrwert zu null Grundkosten. 300 virtuelle Karten für Teams, individuelle Limits, Echtzeit-Dashboard – das ist eine Lösung, für die klassische Filialbanken erhebliche Gebühren verlangen würden.
Gut geeignet: Unternehmen mit internationalem Zahlungsverkehr in mehreren Währungen. Der kostenlose Währungsumtausch in zehn Währungen und die Mehrwährungs-IBAN sind für internationale Unternehmen mit Ausgaben in Fremdwährungen ein kostenrelevanter Vorteil gegenüber Anbietern mit prozentualen Umrechnungsaufschlägen.
Gut geeignet: Unternehmen, die ein White-Label-Kartenprogramm aufbauen möchten. Wallester ist einer der wenigen Anbieter, die das im KMU-Segment zugänglich machen – ohne die komplexe Direktintegration als Visa-Programmmanager.
Eingeschränkt geeignet: Solo-Selbstständige und Freiberufler. Für Freiberufler mit wenigen monatlichen Transaktionen ist der Mehrwert der Kartenmanagement-Infrastruktur gering. Buchhaltungs-, Steuer- und DATEV-Funktionen fehlen. Andere Anbieter sind für diese Zielgruppe besser zugeschnitten.
Nicht geeignet: Unternehmen mit primärem Bedarf an DATEV-Schnittstelle, Dispokredit oder Bargeldeinzahlung. Wer einen klassischen deutschen Steuerberater mit DATEV-Anbindung hat, benötigt einen anderen Anbieter für sein Hauptkonto – oder muss Wallester als Ergänzungskonto für Kartenausgaben neben einem anderen Geschäftskonto führen.
Wallester im Wettbewerbsvergleich
| Kriterium | Wallester Free | FYRST Base | Vivid Free Start | Qonto Solo (9 €) | Kontist Free |
|---|---|---|---|---|---|
| Grundgebühr | 0 € | 0 € (nat. P.) | 0 € | 9 € (+ MwSt.) | 0 € |
| Virtuelle Karten | 300 kostenlos | 1 Karte | Unbegrenzt | 1 kostenlos | 1 Karte |
| Mehrwährungs-Support | ✔ 10 Währungen | ✗ | ✔ 150+ Währungen | Eingeschränkt | ✗ |
| Massenüberweisungen | ✔ nativ | ✗ | ✗ | Eingeschränkt | ✗ |
| DATEV-Schnittstelle | ✗ (Xero / QuickBooks) | Optional (Aufpreis) | In Entwicklung | ✔ inklusive | ✔ inklusive |
| Ausgabenlimits je Karte | ✔ individuell | ✗ | ✔ | ✔ | ✗ |
| Bargeld einzahlen | ✗ | ✔ Postbank | Eingeschränkt | Nur gegen Gebühr | ✗ |
| Einlagensicherung | Safeguarding für Zahlungsinstitute – keine klassische 100.000-€-Einlagensicherung | 100.000 € Deutsche Bank AG | Je nach Partnerstruktur | 100.000 € | 100.000 € Solarisbank |
Stand Mai 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Konditionen aller Anbieter variabel; stets direkt beim jeweiligen Anbieter prüfen.
Unternehmenshintergrund: Wallester als Visa Principal Member aus Estland
Wallester wurde in Tallinn, Estland, gegründet und operiert als lizenziertes Zahlungsinstitut unter der Aufsicht der estnischen Finanzaufsichtsbehörde (Finantsinspektsioon). Estland ist als EU-Mitglied Teil des Europäischen Wirtschaftsraums; die Lizenz gilt damit im gesamten EWR, also auch in Deutschland. Wallester ist offizieller Visa Principal Member – eine der höchsten Zertifizierungsstufen, die Visa an Finanzdienstleister vergibt. Das ermöglicht es Wallester, eigene Visa-Karten direkt auszugeben, ohne eine Zwischenstelle nutzen zu müssen.
Bankhintergrund, Aufsicht und weitere Informationen
Das Geschäftsmodell von Wallester unterscheidet sich grundlegend von dem klassischer Neobanken wie FYRST, Kontist oder Tide. Wallester verdient nicht primär durch Kontogebühren, sondern über die Interchange-Gebühren, die bei jeder Kartenzahlung anfallen und anteilig an den Kartenausgeber (Wallester) fließen. Das ist der Grund, warum Wallester die Basislösung dauerhaft kostenlos anbieten kann: Je mehr Transaktionen über Wallester-Karten laufen, desto größer die Interchange-Einnahmen. Zusätzlich generiert Wallester Umsatz durch White-Label-Partnerschaften mit Unternehmen, die eigene Kartenprogramme aufbauen wollen.
Die Plattform ist im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum sowie in Großbritannien, der Schweiz, Australien und den USA aktiv. Die primäre Zielgruppe im B2B-Segment sind Unternehmen mit Mitarbeitern, die häufig Geschäftsausgaben tätigen – Werbeagenturen, E-Commerce-Unternehmen, Reisebüros, Medieneinkaufsteams, Start-ups und mittlere Unternehmen.
Häufige Fragen zum Wallester Geschäftskonto 2026
Ist Wallester ein vollständiges Geschäftskonto?
Wallester Business ist eine Kombination aus einem IBAN-Konto in Euro und einer Kartenmanagement-Plattform – kein vollständiges Geschäftskonto im deutschen Sinne. Es fehlen klassische Geschäftskontofeatures wie Dispokredit, DATEV-Schnittstelle für Steuerberater, Steuerberechnungsfunktionen und Bargeldeinzahlung. Für Unternehmen, deren primärer Bedarf in der effizienten Verwaltung von Mitarbeiterausgaben über Karten liegt, ist Wallester eine vollwertige Lösung. Als alleiniges Geschäftskonto für deutsche Unternehmen mit Steuerberater und DATEV-Anforderung ist es dagegen nicht ausreichend.
Wie viele Karten sind bei Wallester im Free-Tarif enthalten?
Im Wallester Free-Tarif sind 300 virtuelle Visa-Karten ohne monatliche Grundgebühr enthalten. Jede weitere virtuelle Karte kostet 0,35 Euro monatlich. Physische Karten können in allen Tarifen in unbegrenzter Menge bestellt werden; es fällt lediglich eine Versandgebühr je Karte an.
Welche Einlagensicherung gilt bei Wallester?
Wallester ist als Zahlungsinstitut lizenziert, keine Bank. Es gilt kein klassisches Bankeinlagensicherungssystem nach dem europäischen DGSD-Standard (100.000 Euro je Einleger). Stattdessen operiert Wallester nach dem Safeguarding-Modell der EU-E-Geld-Richtlinie: Kundengelder werden auf separaten, zweckgebundenen Konten bei regulierten Kreditinstituten gehalten und können nicht für eigene Geschäftszwecke oder Kreditvergaben verwendet werden. Im Insolvenzfall von Wallester sind die Gelder aus der Insolvenzmasse herausgelöst und können zurückgegeben werden.
Hat Wallester eine DATEV-Schnittstelle?
Wallester führt DATEV in seiner offiziellen Übersicht der Buchhaltungsintegrationen auf. Der Anbieter weist zugleich darauf hin, dass einige Integrationen noch in Entwicklung sind und schrittweise hinzugefügt werden. Deshalb sollte vor dem Einsatz mit Wallester und der Steuerkanzlei geklärt werden, ob die benötigte DATEV-Anbindung bereits freigeschaltet ist und welche Transaktionsdaten sowie Belege übertragen werden. Die Plattform unterstützt außerdem weitere Systeme wie Xero und QuickBooks; der jeweilige Funktionsumfang ist entscheidend.
Für welche Rechtsformen kann ein Wallester-Konto eröffnet werden?
Wallester richtet sich an Unternehmen aller Rechtsformen – Freiberufler, Einzelunternehmer, GmbH, UG, AG, KG, OHG und weitere. Da Wallester keine klassische Bankkontoverbindung mit Kreditprüfung eröffnet, gibt es keine Schufa-Abfrage. Die Kontoeröffnung erfolgt digital über das Wallester-Portal.
Was sind White-Label-Karten bei Wallester?
Wallester bietet als Visa Principal Member die Möglichkeit, Visa-Karten mit eigenem Unternehmensdesign auszugeben – sowohl physisch als auch virtuell. Das ist relevant für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern, Kunden oder Partnern gebrandete Karten zur Verfügung stellen möchten, ohne selbst eine vollständige Bankzulassung zu benötigen. Wallester gibt an, den Start eines solchen White-Label-Programms in vier bis acht Wochen zu ermöglichen. Für Standard-Geschäftskontokunden ohne White-Label-Bedarf ist diese Funktion nicht relevant.
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