Volksbank Geschäftskonto 2026 – Firmenkonto bei Volksbanken und Raiffeisenbanken: Struktur, typische Konditionen
Die Volksbanken und Raiffeisenbanken bilden gemeinsam die genossenschaftliche Finanzgruppe – Deutschlands zweitgrößte Bankengruppe mit über 700 eigenständigen regionalen Genossenschaftsbanken, rund 13.800 bis 19.000 Geldautomaten bundesweit, mehr als 7.000 Filialen und über 18 Millionen Mitgliedern. Volksbanken, Raiffeisenbanken, VR-Banken, Sparda-Banken und PSD-Banken bilden diesen Verbund. Was sie alle eint: Sie sind Genossenschaften – im Eigentum ihrer Mitglieder, nicht im Eigentum von Aktionären oder der öffentlichen Hand.
Das Prinzip der Gegenseitigkeit (lateinisch: ad mutuam utilitatem) ist das Gründungsversprechen: Eine Bank gehört ihren Kunden, und Kunden können Mitglieder werden.
Wie bei den Sparkassen gilt auch bei Volksbanken und Raiffeisenbanken: Es gibt keine bundesweit einheitlichen Geschäftskonto-Tarife. Jede der über 700 regionalen Genossenschaftsbanken setzt ihre Kontomodelle, Grundgebühren, Buchungsgebühren und Freiposten eigenständig fest.
Die Konditionen der Berliner Volksbank unterscheiden sich von denen der Volksbank Kassel Göttingen, der VR Bank Fürstenfeldbruck oder der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank Eifel. Verbindliche Preise sind immer direkt bei der regionalen Genossenschaftsbank am Unternehmensstandort zu erfragen.
Dieser Artikel beschreibt die strukturellen Gemeinsamkeiten aller Volksbank-Geschäftskonten, die typischen Konditionsbandbreiten, das BVR-Sicherungssystem und die Leistungsmerkmale – und erklärt die wichtigsten Unterschiede zur Sparkasse als dem strukturell ähnlichsten Wettbewerber.
Volksbank / VR-Bank Geschäftskonto 2026
700+ regionale Genossenschaftsbanken · BVR-Institutssicherung · 19.000+ Automaten inkl. Sparda
Wichtiger Hinweis: Keine bundesweit einheitlichen Tarife – jede Volksbank/Raiffeisenbank setzt Konditionen eigenständig fest
Kontoführungsgebühr: Typisch ca. 5 € – 20 € / Monat je nach Regionalinstitut und Kontomodell
Buchungsgebühren (beleglos): Typisch 0 € (im Freiposten-Kontingent) bis 0,20–0,30 € je Buchung über Freiposten
Freiposten (monatlich): Je nach Tarif: 10–100+ Freiposten
Beleghafte Buchungen (Schalter): Typisch 2,50–3,50 € je Vorgang
Girocard (Volksbank BusinessCard): Typisch kostenlos oder bis 10–15 € / Jahr
Kreditkarte (Visa Business / Mastercard): Optional · 20–80 € / Jahr je Kartentyp
Bargeld abheben: Kostenlos an 13.800–19.000 VR/RB + Sparda-Automaten bundesweit
Bargeld einzahlen: In Filialen · Schaltergebühr typisch 2,50–3,50 € je Vorgang
Mitgliedschaft: Optional (Anteilszeichnung, Mindestbetrag je Institut) · häufig günstigere Konditionen für Mitglieder
DATEV / HBCI / EBICS: Verfügbar (alle Tarifstufen) · je Institut kostenpflichtig oder inklusive
Einlagensicherung: 100.000 € gesetzlich (EdVR) + BVR-Institutssicherung (ohne Obergrenze)
Rechtsformen: Alle gängigen Rechtsformen · Regionalbindung erforderlich
Verbundpartner: DZ Bank, Union Investment, R+V Versicherung, Bausparkasse Schwäbisch Hall, TeamBank
✅ Stärken der Volksbanken
- Genossenschaftliche Struktur – Bank im Eigentum der Mitglieder
- 19.000+ Geldautomaten (VR/RB + Sparda-Netz)
- BVR-Institutssicherung ohne Betragsobergrenze
- Flächendeckendes Filialnetz – stark in ländlichen Regionen
- Vollständiges Finanzierungsportfolio (Kredit, KfW, Bürgschaft)
- Mitgliedschaft: günstigere Konditionen und Mitbestimmungsrecht
- Verbundpartner: R+V Versicherung, Union Investment, TeamBank
- Persönliche Beratung + fester Ansprechpartner vor Ort
⚠️ Einschränkungen
- Keine bundesweit einheitlichen Tarife – regionaler Vergleich nötig
- Kein kostenloses Geschäftskonto
- Regionalbindung: nur lokale VR-Bank am Unternehmenssitz
- Digitale Features teils hinter FinTechs (kein Rechnungstool, keine Spaces)
- Mitgliedschaft erforderlich für beste Konditionen (Anteil zeichnen)
- Beleghafte Buchungen am Schalter typisch 2,50–3,50 € je Vorgang
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Unternehmenshintergrund: Die genossenschaftliche Finanzgruppe
Die genossenschaftliche Finanzgruppe umfasst über 700 regional eigenständige Volksbanken, Raiffeisenbanken, VR-Banken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Ihr Dachverband ist der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR), dem auch die DZ Bank (Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank) als übergeordnetes Institut angehört. Die DZ Bank übernimmt Großkundenkreditgeschäfte, koordiniert den Verbund und hält Beteiligungen an den wichtigsten Verbundpartnern.
Die Geschichte der Genossenschaftsbanken reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück: Hermann Schulze-Delitzsch gründete 1850 die ersten städtischen Kreditgenossenschaften; Friedrich Wilhelm Raiffeisen entwickelte 1862 das genossenschaftliche Modell für ländliche Regionen. Das Prinzip war und ist dasselbe: Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung – Menschen schließen sich zusammen, um gemeinsam günstiger an Kapital zu kommen und wirtschaftliche Risiken zu teilen.
Als Genossenschaften sind Volksbanken und Raiffeisenbanken im Eigentum ihrer Mitglieder (Genossenschaftsanteilseigner), nicht im Eigentum externer Aktionäre oder der öffentlichen Hand. Wer ein Konto bei einer Volksbank führt, ist typischerweise eingeladen, Genossenschaftsanteile zu zeichnen und damit Mitglied – und Miteigentümer – der Bank zu werden. Das Mitbestimmungsrecht über die Hauptversammlung und häufig günstigere Konditionen für Mitglieder sind die Gegenleistung.
Regionale Eigenständigkeit: Strukturelles Merkmal und praktische Konsequenz
Wie bei den Sparkassen folgt das Volksbanken/Raiffeisenbanken-System einer dezentralen Organisationsstruktur: Jede der über 700 regionalen Genossenschaftsbanken ist rechtlich und wirtschaftlich eigenständig. Die Volksbank Kassel Göttingen ist nicht identisch mit der Volksbank München oder der VR Bank Fürstenfeldbruck – sie teilen das genossenschaftliche Modell, das VR-Logo und die Verbundpartner, setzen ihre Konditionen aber individuell fest.
Das hat praktische Konsequenzen für Unternehmer:
Erstens: Verbindliche Preisangaben sind nur für das jeweils regionale Institut möglich. Bundesweit anwendbare Tarifvergleiche sind bei Volksbanken strukturell nicht möglich – genau wie bei Sparkassen. Wer wissen möchte, was ein Volksbank-Geschäftskonto in seiner Region kostet, muss das Preis- und Leistungsverzeichnis der lokalen Bank konsultieren.
Zweitens: Auch bei Volksbanken gilt Regionalbindung. Ein Unternehmen mit Sitz in Hannover kann sein Firmenkonto nur bei einer Volksbank oder VR-Bank in der Region Hannover eröffnen – nicht bei einer anderen Genossenschaftsbank in Deutschland. Wächst das Unternehmen und verlagert seinen Sitz, ist ein Kontowechsel zur neuen regionalen Bank nötig.
Das BVR-Sicherungssystem: Institutssicherung ohne Betragsobergrenze
Das Sicherungssystem der genossenschaftlichen Finanzgruppe funktioniert strukturell analog zur Sparkassen-Institutssicherung und ist ebenfalls eines der stärksten Einlagensicherungssysteme in Deutschland.
Erste Ebene – gesetzliche Einlagensicherung: Alle Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Mitglied der Entschädigungseinrichtung der Volksbanken Raiffeisenbanken GmbH (EdVR), die Einlagen bis 100.000 Euro je Einleger gesetzlich sichert.
Zweite Ebene – BVR-Institutssicherung: Die eigentliche Kernschutzebene ist die BVR-Institutssicherung GmbH. Dieses System schützt nicht einzelne Einlagen, sondern die Institute selbst: Wenn eine Volksbank in wirtschaftliche Schieflage gerät, greift der Solidarfonds des BVR und stützt das Institut, bevor Kunden geschädigt werden können. Die BVR-Institutssicherung kennt keine Betragsobergrenze je Einleger. Nach Angaben des BVR ist in der mehr als 85-jährigen Geschichte der BVR-Institutssicherung noch nie ein angeschlossenes Mitgliedsinstitut insolvent gegangen.
Das VR/RB-Automatennetz: 19.000+ Standorte inklusive Sparda-Banken
Das Geldautomatennetz der genossenschaftlichen Finanzgruppe umfasst je nach Quelle zwischen 13.800 und 19.000 Automaten – abhängig davon, ob nur die klassischen Volksbank/Raiffeisenbank-Automaten oder auch die Sparda-Bank-Automaten eingerechnet werden. Der BVR selbst kommuniziert auf vr.de aktuell rund 13.800 Automaten für das VR-Kernnetz; mit Einbezug der Sparda-Banken und weiterer Verbundmitglieder erhöht sich diese Zahl auf rund 19.000 Standorte – vergleichbar mit dem Volksbank-Automatenverbund, auf den sich GLS Bank und EthikBank als Zweigniederlassungen des Volksbanken-Verbunds ebenfalls beziehen.
Für Geschäftskunden bedeutet das: Bargeldabhebungen mit der Volksbank-Businesskarte sind an allen Automaten des VR-Netzes kostenlos möglich – bundesweit flächendeckend, auch in ländlichen Regionen. Das VR-Netz ist nach dem Sparkassen-Netz (23.000+ Automaten) das zweitgrößte Bankautomatennetz in Deutschland.
Die genossenschaftliche Mitgliedschaft: Teilhabe als Merkmal und Mehrwert
Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Genossenschaften. Wer ein Konto eröffnet, wird typischerweise eingeladen, mindestens einen Genossenschaftsanteil zu zeichnen. Der Mindestbetrag variiert je nach Institut – die Berliner Volksbank berechnet beispielsweise 52 Euro je Geschäftsanteil. Die Mitgliedschaft ist in den meisten Fällen keine Pflicht für die reine Kontoführung, bringt aber konkrete finanzielle Vorteile:
Günstigere Konditionen: Viele Volksbanken gewähren Mitgliedern reduzierte Kontoführungsgebühren oder bessere Kartenkonditionen. Die Berliner Volksbank etwa ermöglicht Mitgliedern eine Ersparnis von fünf Euro monatlich gegenüber dem Normaltarif.
Mitbestimmungsrecht: Mitglieder können an der Hauptversammlung teilnehmen und über Vorstand, Aufsichtsrat und Unternehmensstrategie mitabstimmen. Das ist ein struktureller Unterschied zu Aktienbanken, bei denen externe Aktionäre entscheiden.
Dividenden: Bei wirtschaftlich erfolgreichen Jahren schütten Genossenschaften Dividenden auf die Geschäftsanteile aus. Die Höhe variiert je nach Institut und Geschäftsjahr.
Für Unternehmenskunden, die eine langfristige Bankbeziehung aufbauen möchten und in der Region verwurzelt sind, ist die Mitgliedschaft ein natürlicher Teil der Volksbank-Beziehung. Wer ein reines Transaktionskonto ohne Bindung sucht, kann die Mitgliedschaft in vielen Instituten optional halten.
Typische Kontomodelle bei Volksbanken
Die meisten Volksbanken und Raiffeisenbanken bieten ihr Firmenkonto in abgestuften Modellen an. Bezeichnungen und Konditionen variieren regional; die folgende Übersicht zeigt die typische Modellstruktur:
| Kontomodell (Bezeichnung variiert regional) | Typische Grundgebühr / Monat | Typische Freiposten | Buchungsgebühr über Freiposten | Zielgruppe |
|---|---|---|---|---|
| Firmenkonto Basis / Kompakt | Ca. 5–10 € | 10–20 Freiposten | Ca. 0,20–0,30 € je Buchung | Freiberufler, Kleinstunternehmen, geringe Transaktionszahl |
| Firmenkonto Standard / Komfort | Ca. 10–15 € | 30–50 Freiposten | Ca. 0,15–0,20 € | KMUs, GmbHs, mittlere Betriebe |
| Firmenkonto Plus / Premium | Ca. 15–25 € | 100+ Freiposten | Ca. 0,10–0,15 € | Größere Betriebe, hohes Buchungsvolumen |
Typische Bandbreiten über verschiedene Volksbanken/Raiffeisenbanken-Regionalinstitute. Keine verbindlichen Bundeskonditionen. Stets die konkrete regionale VR-Bank anfragen. Bezeichnungen variieren: „Firmenkonto“, „Gewerbekonto“, „BusinessKonto“ u. a.
Das vollständige Verbundportfolio: Finanzierungen, Versicherungen und Geldanlage
Ein wesentlicher Vorteil des Volksbank-Geschäftskontos ist der Zugang zum vollständigen Verbundportfolio der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Über die jeweilige regionale Volksbank können Geschäftskunden auf Kontokorrentkredite, Betriebsmittelkredite, Investitionskredite, KfW-Förderkredite, gewerbliche Immobilienfinanzierungen sowie Avale und Bürgschaften zugreifen.
Die wichtigsten Verbundpartner sind:
R+V Versicherung: Betriebs-, Haftpflicht-, Rechtsschutz- und weitere Unternehmensversicherungen direkt über die Volksbank vermittelbar.
Union Investment: Fonds und Geldanlagen für Unternehmensreserven – von Tagesgeld-nahen Geldmarktfonds bis zu Aktien- und Mischfonds.
Bausparkasse Schwäbisch Hall: Bauspar- und Eigenheimfinanzierungen für Unternehmer, die in Betriebsimmobilien investieren.
TeamBank / easyCredit: Konsumentenkreditangebote, die auch für Selbstständige im Privatbereich relevant sein können.
DZ Bank: Als Zentral- und Spitzeninstitut des Verbunds übernimmt die DZ Bank Großkreditgeschäfte und koordiniert internationale Transaktionen.
Volksbank vs. Sparkasse: die wichtigsten Unterschiede
Volksbanken und Sparkassen werden im Marktvergleich häufig in einem Atemzug genannt – beide sind regional organisierte Filialbanken mit dezentralen Strukturen, einem breiten Automatennetz und Institutssicherung ohne Betragsobergrenze. Die strukturellen Unterschiede sind jedoch bedeutsam:
| Merkmal | Volksbank / Raiffeisenbank | Sparkasse |
|---|---|---|
| Rechtsform | Eingetragene Genossenschaft (eG) – im Eigentum der Mitglieder | Öffentlich-rechtliche Anstalt – im Eigentum der Kommune/des Landkreises |
| Eigentümer | Mitglieder (Anteilseigner) | Kommunen, Landkreise, Städte |
| Anzahl Institute | 700+ | 370+ |
| Geldautomatennetz (bundesweit kostenlos) | 13.800–19.000 (VR/RB + Sparda) | 23.000+ |
| Einlagensicherung | EdVR + BVR-Institutssicherung (ohne Obergrenze) | EdÖ + DSGV-Institutssicherung (ohne Obergrenze) |
| Dachverband | BVR + DZ Bank | DSGV + Landesbanken |
| Mitgliedschaft / Anteil | Optional, aber Voraussetzung für beste Konditionen | Keine Mitgliedschaft erforderlich |
| Gewinnverwendung | Dividende an Mitglieder + Rücklagen + Gemeinwohl | Regionaler Gemeinwohlauftrag (Sport, Kultur, Soziales) |
Stand Mai 2026. Beide Bankengruppen sind dezentral organisiert mit regionaler Konditionenhoheit. Verbindliche Preise immer direkt beim lokalen Institut anfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.
Einordnung: Für wen eignet sich das Volksbank Geschäftskonto?
Besonders geeignet: Unternehmen mit regionaler Verwurzelung und Bedarf an persönlicher Beratung. Kein anderer Anbieter in dieser Artikelserie bietet ein so flächendeckendes Filialnetz in ländlichen und kleinstädtischen Regionen wie die Volksbanken und Raiffeisenbanken. Für Landwirte, Handwerksbetriebe, lokale Dienstleister und andere regional verankerte Unternehmen ist die Volksbank häufig die natürliche Hausbank.
Gut geeignet: Unternehmen, die eine Bank im Eigentum der Kunden bevorzugen. Für Unternehmensinhaber, die das genossenschaftliche Prinzip – Bank im Eigentum der Mitglieder, nicht der Aktionäre – schätzen, ist die Volksbank die konsequenteste Wahl. Die Mitbestimmung über die Hauptversammlung und die Dividendenteilhabe sind Merkmale, die keine andere Bankengruppe in dieser Artikelserie in dieser Form bietet.
Gut geeignet: Unternehmen mit Bedarf an Institutssicherung ohne Betragsobergrenze. Ähnlich wie bei der Sparkasse schützt die BVR-Institutssicherung alle Einlagen über 100.000 Euro hinaus ohne formale Betragsobergrenze – ein struktureller Vorteil für Unternehmen mit größeren Liquiditätsbeständen.
Eingeschränkt geeignet: Unternehmen, die digitale Zusatzfunktionen priorisieren. Rechnungstools, Spaces-Unterkonten, automatische Steuerrücklagen oder API-Integrationen – diese modernen FinTech-Features bieten Volksbanken in der Regel nicht. Für digital-native Unternehmen ohne Filialbedarf bieten Anbieter wie FYRST, Holvi, Kontist oder ING eine modernere digitale Infrastruktur.
Nicht möglich: Überregionale Tarifwahl. Wie bei der Sparkasse gilt: Firmenkonto nur bei der Volksbank/Raiffeisenbank am Unternehmenssitz. Eine freie Auswahl des günstigsten Instituts ist nicht möglich.
Häufige Fragen zum Volksbank Geschäftskonto 2026
Gibt es ein bundesweit einheitliches Volksbank-Geschäftskonto?
Nein. Jede der über 700 regionalen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland setzt ihre Kontomodelle, Grundgebühren, Buchungsgebühren und Freiposten eigenständig fest. Es gibt keinen bundesweit einheitlichen Tarif. Verbindliche Preise sind immer direkt bei der lokalen Volksbank oder Raiffeisenbank am Unternehmensstandort zu erfragen – entweder auf der Website des Instituts, im Preis- und Leistungsverzeichnis oder im persönlichen Beratungsgespräch.
Was kostet ein Volksbank Geschäftskonto typischerweise?
Über verschiedene Regionalinstitute hinweg bewegen sich die monatlichen Grundgebühren typischerweise zwischen rund 5 Euro und 20 Euro monatlich je nach Kontomodell und Institut. Dazu kommen Buchungsgebühren für Transaktionen über das Freivolumen hinaus (typisch 0,15–0,30 Euro je Buchung) sowie ggf. Entgelte für Karten und DATEV-Dienste. Mitglieder der Genossenschaft erhalten bei vielen Instituten günstigere Konditionen.
Was ist der Unterschied zwischen Volksbank und Raiffeisenbank?
Volksbanken und Raiffeisenbanken sind beide genossenschaftliche Kreditinstitute und Teil derselben genossenschaftlichen Finanzgruppe unter dem Dach des BVR und der DZ Bank. Sie teilen dieselbe Sicherungseinrichtung (BVR-Institutssicherung), das Verbundproduktportfolio (R+V, Union Investment, DZ Bank usw.) und das VR-Geldautomatennetz. Der historische Unterschied liegt in der Gründungsphilosophie: Volksbanken entstanden als städtische Kreditgenossenschaften (nach Schulze-Delitzsch), Raiffeisenbanken als ländliche (nach Raiffeisen). Heute sind die Unterschiede weitgehend historisch; viele Institute führen auch den kombinierten Namen „Volksbank Raiffeisenbank“.
Welche Einlagensicherung haben die Volksbanken?
Alle Volksbanken und Raiffeisenbanken bieten eine zweistufige Einlagensicherung. Gesetzlich sind Einlagen bis 100.000 Euro über die EdVR abgesichert. Darüber hinaus gilt die BVR-Institutssicherung: Dieses System schützt die Institute selbst und soll verhindern, dass Volksbanken überhaupt in eine Insolvenz geraten. Die BVR-Institutssicherung kennt keine Betragsobergrenze je Einleger. Nach BVR-Angaben ist in mehr als 85 Jahren Institutssicherung noch kein angeschlossenes Institut insolvent gegangen.
Kann ich bei der Volksbank als Genossenschaftsmitglied günstigere Konditionen bekommen?
Ja, bei vielen Instituten erhalten Mitglieder vergünstigte Konditionen. Die Berliner Volksbank etwa bietet Mitgliedern eine monatliche Ersparnis von 5 Euro auf die Kontoführungsgebühr. Die konkreten Mitgliedervorteile variieren je nach Institut und Kontomodell. Die Zeichnung von Genossenschaftsanteilen ist typischerweise mit einem Mindestbetrag verbunden (je nach Institut zwischen 50 und einigen Hundert Euro) und ist eine Kapitaleinlage, die bei Austritt zurückgezahlt wird.
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