Vergleichen

Volksbank Geschäftskonto: Regionale Tarife und Leistungen: Gebühren, Leistungen und Kontoeröffnung · Oktober 2026

Volksbank Geschäftskonto: Regionale Tarife und Leistungen

Ein Volksbank Geschäftskonto wählen Sie bei der jeweiligen regionalen Bank. Prüfen Sie deren Tarife nach Buchungen, Bargeldbedarf und gewünschter Beratung.

Geschäftspartner besprechen digitales Firmenbanking am Laptop
Volksbank Geschäftskonto: Kontofunktionen, Zahlungsverkehr und Kosten passend zum Geschäftsalltag auswählen.

Volksbank Geschäftskonto 2026 – Firmenkonto bei Volksbanken und Raiffeisenbanken: Struktur, typische Konditionen

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken bilden gemeinsam die genossenschaftliche Finanzgruppe – eine der größten Bankengruppen Deutschlands. Der BVR nennt für Ende 2025 insgesamt 646 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie rund 17,5 Millionen Mitglieder. Die zentrale Geschäftskonto-Information auf vr.de nennt rund 13.800 Geldautomaten und knapp 7.000 Filialen. Volksbanken, Raiffeisenbanken, VR-Banken, Sparda-Banken und PSD-Banken bilden diesen Verbund. Was sie alle eint: Sie sind Genossenschaften – im Eigentum ihrer Mitglieder, nicht im Eigentum von Aktionären oder der öffentlichen Hand.

Das Prinzip der Gegenseitigkeit (lateinisch: ad mutuam utilitatem) ist das Gründungsversprechen: Eine Bank gehört ihren Kunden, und Kunden können Mitglieder werden.

Wie bei den Sparkassen gilt auch bei Volksbanken und Raiffeisenbanken: Es gibt keine bundesweit einheitlichen Geschäftskonto-Tarife. Jede der 646 regionalen Genossenschaftsbanken setzt ihre Kontomodelle, Grundgebühren, Buchungsgebühren und Freiposten eigenständig fest.

Die Konditionen der Berliner Volksbank unterscheiden sich von denen der Volksbank Kassel Göttingen, der VR Bank Fürstenfeldbruck oder der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank Eifel. Verbindliche Preise sind immer direkt bei der regionalen Genossenschaftsbank am Unternehmensstandort zu erfragen.

Dieser Artikel beschreibt die strukturellen Gemeinsamkeiten aller Volksbank-Geschäftskonten, die typischen Konditionsbandbreiten, das BVR-Sicherungssystem und die Leistungsmerkmale – und erklärt die wichtigsten Unterschiede zur Sparkasse als dem strukturell ähnlichsten Wettbewerber.

Volksbank / VR-Bank Geschäftskonto 2026

646 Volksbanken und Raiffeisenbanken (Ende 2025) · gesetzliche Einlagensicherung und freiwilliger Institutsschutz · rund 13.800 Automaten laut vr.de

Typische Konditionen auf einen Blick – regionale Modelle und veröffentlichte Tarifbeispiele

Wichtiger Hinweis:
Keine bundesweit einheitlichen Tarife – jede Volksbank/Raiffeisenbank setzt Konditionen eigenständig fest
Kontoführungsgebühr:
Je nach Institut und Modell; beispielsweise 5 € beim Skatbank Trumpfkonto Business, für UG 10 € (Stand 01.10.2026)
Buchungsgebühren (beleglos):
Freiposten und Einzelentgelte je Modell; Berliner Volksbank Aktiv beispielsweise 0,40 € je beleglosem Arbeitsposten
Freiposten (monatlich):
Je nach Modell Freiposten, Einzelentgelte oder Paketleistungen; nicht jeder Tarif enthält Freiposten
Beleghafte Buchungen (Schalter):
Je Institut; beispielsweise 2 € bei der Skatbank und 3 € bei der Berliner Volksbank
girocard (Debitkarte):
Preis und enthaltene Karten je Kontomodell; bei den veröffentlichten Berliner Geschäftsgiro-Modellen sind drei girocards enthalten
Kreditkarte (Visa Business / Mastercard):
Je Modell enthalten oder gesondert bepreist; bei der Berliner Volksbank ist eine BusinessCard Basic beziehungsweise Classic enthalten, Kreditwürdigkeit vorausgesetzt
Bargeld abheben:
Rund 13.800 Automaten laut vr.de; Gebühren richten sich nach Karte und Geschäftskontotarif
Bargeld einzahlen:
Je Institut und Einzahlungsweg; Berliner Volksbank beispielsweise 2 € am Automaten und 4 € an der Kasse
Mitgliedschaft:
Optional (Anteilszeichnung, Mindestbetrag je Institut) · häufig günstigere Konditionen für Mitglieder
DATEV / HBCI / EBICS:
Verfügbarkeit und Entgelte der benötigten Schnittstelle beim konkreten Institut und Tarif prüfen
Einlagensicherung:
Grundsätzlich 100.000 € je Einleger und Bank gesetzlich über die BVR Institutssicherung GmbH; zusätzlich freiwilliger Institutsschutz des BVR
Rechtsformen:
Zugelassene Rechtsformen und Einzugsgebiet nach den Bedingungen des konkreten Instituts
Verbundpartner:
DZ Bank, Union Investment, R+V Versicherung, Bausparkasse Schwäbisch Hall, TeamBank

Stärken der Volksbanken

  • Genossenschaftliche Struktur – Bank im Eigentum der Mitglieder
  • Rund 13.800 Geldautomaten laut zentraler Geschäftskonto-Information auf vr.de
  • Gesetzliche Einlagensicherung plus freiwilliger Institutsschutz des BVR
  • Flächendeckendes Filialnetz – stark in ländlichen Regionen
  • Vollständiges Finanzierungsportfolio (Kredit, KfW, Bürgschaft)
  • Mitgliedschaft: Mitbestimmung und je Institut besondere Konditionen
  • Verbundpartner: R+V Versicherung, Union Investment, TeamBank
  • Persönliche Beratung + fester Ansprechpartner vor Ort

Einschränkungen

  • Keine bundesweit einheitlichen Tarife – regionaler Vergleich nötig
  • Kostenfreie Kontoführung ist nicht generell ausgeschlossen; bei der Berliner Volksbank beispielsweise im Platin-Level, zusätzliche Entgelte bleiben möglich
  • Einzugsgebiet und Annahmebedingungen unterscheiden sich; einzelne genossenschaftliche Direktbankangebote sind überregional nutzbar
  • Digitale Funktionen je Institut und Zusatzprodukt prüfen; Rechnungsfunktionen sind beispielsweise über den VR Smart Guide verfügbar
  • Mitgliedervorteile gelten nach den Bedingungen der jeweiligen Bank; Geschäftsanteile sind eine gesonderte Beteiligung
  • Beleghafte Buchungen am Schalter typisch 2,50–3,50 € je Vorgang

Geschäftskonto-Vergleich starten →

✔ Volksbank vs. Sparkasse · Commerzbank · FYRST · Kontist · alle Tarife vergleichen

Regionale Eigenständigkeit: Strukturelles Merkmal und praktische Konsequenz

Wie bei den Sparkassen folgt das Volksbanken/Raiffeisenbanken-System einer dezentralen Organisationsstruktur: Jede der 646 regionalen Genossenschaftsbanken ist rechtlich und wirtschaftlich eigenständig. Die Volksbank Kassel Göttingen ist nicht identisch mit der Volksbank München oder der VR Bank Fürstenfeldbruck – sie teilen das genossenschaftliche Modell, das VR-Logo und die Verbundpartner, setzen ihre Konditionen aber individuell fest.

Das hat praktische Konsequenzen für Unternehmer:

Erstens: Verbindliche Preisangaben sind nur für das jeweils regionale Institut möglich. Bundesweit anwendbare Tarifvergleiche sind bei Volksbanken strukturell nicht möglich – genau wie bei Sparkassen. Wer wissen möchte, was ein Volksbank-Geschäftskonto in seiner Region kostet, muss das Preis- und Leistungsverzeichnis der lokalen Bank konsultieren.

Zweitens: Volksbanken und Raiffeisenbanken sind regional verwurzelt, doch eine allgemeine Pflicht, ausschließlich die Bank am Unternehmenssitz zu wählen, besteht nicht. Das Einzugsgebiet und die Annahmebedingungen legt das jeweilige Institut fest. Überregionale Angebote gibt es beispielsweise bei der Deutschen Skatbank, einer Zweigniederlassung der VR-Bank Altenburger Land. Ein Standortwechsel erzwingt daher nicht pauschal einen Wechsel des Firmenkontos.

Das BVR-Sicherungssystem: Gesetzlicher Einlagenschutz und freiwilliger Institutsschutz

Das Sicherungssystem der genossenschaftlichen Finanzgruppe verbindet gesetzlich anerkannte Einlagensicherung mit freiwilligem Institutsschutz. Ähnlich wie bei der Sparkassen-Finanzgruppe sollen institutsbezogene Maßnahmen wirtschaftliche Schwierigkeiten frühzeitig abwenden. Daraus folgt jedoch keine unbegrenzte gesetzliche Entschädigungsgarantie.

Erste Ebene – gesetzliche Einlagensicherung: Für angeschlossene Institute ist die BVR Institutssicherung GmbH das gesetzlich anerkannte Einlagensicherungssystem. Der Entschädigungsanspruch beträgt grundsätzlich bis zu 100.000 Euro je Einleger und Bank; die gesetzlichen Bedingungen und Ausschlüsse gelten.

Zweite Ebene – freiwillige Sicherungseinrichtung des BVR: Neben der BVR Institutssicherung GmbH besteht die freiwillige Sicherungseinrichtung des BVR. Sie soll drohende oder bestehende wirtschaftliche Schwierigkeiten angeschlossener Institute abwenden oder beheben und dadurch Kundeneinlagen schützen. Dieser Institutsschutz ist nicht dasselbe wie ein unbegrenzter individueller Entschädigungsanspruch. Die traditionsreiche Sicherungseinrichtung ist zudem von der erst 2015 eingerichteten BVR Institutssicherung GmbH zu unterscheiden.

Das VR/RB-Automatennetz: Bargeldversorgung und Tarifbedingungen

Die zentrale Geschäftskonto-Information auf vr.de nennt rund 13.800 Geldautomaten bundesweit. Das BankCard ServiceNetz umfasst teilnehmende Institute; die Teilnahme einer Bank und die Bedingungen Ihrer Karte sind entscheidend. Eine pauschale Addition weiterer Bankengruppen zu 19.000 kostenlos nutzbaren Automaten ist nicht belastbar. EthikBank ist eine Zweigniederlassung der Volksbank Eisenberg; die GLS Bank ist dagegen ein eigenständiges Institut.

Für Geschäftskunden bietet das Netz viele Möglichkeiten zur Bargeldversorgung. Kostenlosigkeit hängt jedoch von der konkreten girocard, dem Kontomodell und den Entgelten ab: Die Berliner Volksbank nennt beispielsweise 0,50 Euro je Bargeldauszahlung am Automaten. Bargeldeinzahlungen sind eine gesonderte Leistung; weder Teilnahme am Auszahlungsnetz noch dessen Größe garantieren kostenlose Einzahlungen.

Die genossenschaftliche Mitgliedschaft: Teilhabe als Merkmal und Mehrwert

Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Genossenschaften. Wer ein Konto eröffnet, wird typischerweise eingeladen, mindestens einen Genossenschaftsanteil zu zeichnen. Der Mindestbetrag variiert je nach Institut – die Berliner Volksbank berechnet beispielsweise 52 Euro je Geschäftsanteil. Die Mitgliedschaft ist in den meisten Fällen keine Pflicht für die reine Kontoführung, bringt aber konkrete finanzielle Vorteile:

Günstigere Konditionen: Viele Volksbanken gewähren Mitgliedern reduzierte Kontoführungsgebühren oder bessere Kartenkonditionen. Die Berliner Volksbank nennt für ihre Geschäftsgirokonten einen Mitgliedervorteil von sieben Euro monatlich. Zusätzlich beeinflusst das jeweilige Hausbank-Level den Kontopreis.

Mitbestimmungsrecht: Mitglieder üben ihre Rechte in der Generalversammlung oder bei entsprechender Satzung über die Vertreterversammlung aus. Sie können etwa über die Ergebnisverwendung und die dafür vorgesehenen Wahlen mitentscheiden; die Bestellung des Vorstands folgt Gesetz und Satzung. Das ist ein struktureller Unterschied zu Aktienbanken, bei denen externe Aktionäre entscheiden.

Dividenden: Bei wirtschaftlich erfolgreichen Jahren schütten Genossenschaften Dividenden auf die Geschäftsanteile aus. Die Höhe variiert je nach Institut und Geschäftsjahr.

Für Unternehmenskunden, die eine langfristige Bankbeziehung aufbauen möchten und in der Region verwurzelt sind, ist die Mitgliedschaft ein natürlicher Teil der Volksbank-Beziehung. Wer ein reines Transaktionskonto ohne Bindung sucht, kann die Mitgliedschaft in vielen Instituten optional halten.

Typische Kontomodelle bei Volksbanken

Die meisten Volksbanken und Raiffeisenbanken bieten ihr Firmenkonto in abgestuften Modellen an. Bezeichnungen und Konditionen variieren regional; die folgende Übersicht zeigt die typische Modellstruktur:

Beispiel: Berliner VolksbankGrundpreis für Mitglieder im Bronze-Level / MonatGrundpreis im Silber-Level / MonatBeleglose ArbeitspostenEinordnung
Aktiv12 €6 €0,40 € je PostenEinstiegsmodell; Gesamtkosten anhand der Buchungen berechnen
Komfort18 €9 €0,20 € je PostenNiedrigerer Buchungspreis bei höherem Grundpreis
Premium40 €20 €0,10 € je Posten; ab 500 monatlichen Arbeitsposten 0,05 €Für umfangreicheren Zahlungsverkehr durchrechnen

Beispiel eines regionalen Instituts, keine Bundeskonditionen: Berliner Volksbank, veröffentlichte Konditionenübersicht vom 15.01.2026. Preise dort zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer. Nicht-Mitglieder zahlen monatlich 7 Euro zusätzlich; Gold- und Platin-Level haben andere Kontopreise. Weitere Leistungen wie Bargeld kosten gesondert. Die Bezeichnungen anderer Volksbanken können „Firmenkonto“, „Gewerbekonto“ oder „BusinessKonto“ lauten.

Das vollständige Verbundportfolio: Finanzierungen, Versicherungen und Geldanlage

Ein wesentlicher Vorteil des Volksbank-Geschäftskontos ist der Zugang zum vollständigen Verbundportfolio der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Über die jeweilige regionale Volksbank können Geschäftskunden auf Kontokorrentkredite, Betriebsmittelkredite, Investitionskredite, KfW-Förderkredite, gewerbliche Immobilienfinanzierungen sowie Avale und Bürgschaften zugreifen.

Die wichtigsten Verbundpartner sind:

R+V Versicherung: Betriebs-, Haftpflicht-, Rechtsschutz- und weitere Unternehmensversicherungen direkt über die Volksbank vermittelbar.

Union Investment: Fonds und Geldanlagen für Unternehmensreserven – von Tagesgeld-nahen Geldmarktfonds bis zu Aktien- und Mischfonds.

Bausparkasse Schwäbisch Hall: Bausparen und Immobilienfinanzierung für wohnwirtschaftliche Zwecke. Ein Bauspardarlehen ist nicht pauschal für jede gewerbliche Betriebsimmobilie verwendbar.

TeamBank / easyCredit: Konsumentenkredite und Zahlungslösungen. easyCredit nennt Selbstständige derzeit als nicht zugelassene Antragsteller für seinen Konsumentenkredit; easyCredit-Ratenkauf ist dagegen eine gesonderte Zahlungslösung für Händler.

DZ Bank: Als Zentral- und Spitzeninstitut des Verbunds übernimmt die DZ Bank Großkreditgeschäfte und koordiniert internationale Transaktionen.

Volksbank vs. Sparkasse: die wichtigsten Unterschiede

Volksbanken und Sparkassen werden im Marktvergleich häufig in einem Atemzug genannt – beide sind regional organisierte Bankengruppen mit dezentralen Strukturen, Bargeldwegen und institutsbezogenen Sicherungssystemen. Die strukturellen Unterschiede sind jedoch bedeutsam:

MerkmalVolksbank / RaiffeisenbankSparkasse
RechtsformEingetragene Genossenschaft (eG) – im Eigentum der MitgliederÜberwiegend öffentlich-rechtliche Anstalten mit kommunalen Trägern; daneben gibt es freie Sparkassen
EigentümerMitglieder (Anteilseigner)Überwiegend kommunale Träger; Ausnahmen bei freien Sparkassen
Anzahl Institute646 (BVR, Ende 2025)338 (DSGV, Januar 2026)
Bargeldversorgung (Tarifbedingungen beachten)Rund 13.800 laut zentraler Geschäftskonto-InformationBreites bundesweites Sparkassen-Automatennetz; Gebühren nach Karte und Tarif
EinlagensicherungBVR Institutssicherung GmbH (gesetzlich) plus freiwillige Sicherungseinrichtung des BVRGesetzlich anerkanntes institutsbezogenes Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe
DachverbandBVR; DZ BANK als ZentralbankDSGV; Landesbanken mit Zentralbank- und weiteren Funktionen
Mitgliedschaft / AnteilOptional; mögliche Vorteile nach Satzung und TarifKeine Mitgliedschaft erforderlich
GewinnverwendungDividende an Mitglieder + Rücklagen + GemeinwohlRegionaler Gemeinwohlauftrag (Sport, Kultur, Soziales)

Geprüft im Oktober 2026; jeweilige Statistik- und Preisstände sind gesondert angegeben. Beide Bankengruppen sind dezentral organisiert mit regionaler Konditionenhoheit. Verbindliche Preise immer direkt beim lokalen Institut anfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Einordnung: Für wen eignet sich das Volksbank Geschäftskonto?

Besonders geeignet: Unternehmen mit regionaler Verwurzelung und Bedarf an persönlicher Beratung. Das regionale Filialnetz kann besonders für Betriebe mit regelmäßigem Beratungs- oder Bargeldbedarf interessant sein. Für Landwirte, Handwerksbetriebe, lokale Dienstleister und andere regional verankerte Unternehmen ist die Volksbank häufig die natürliche Hausbank.

Gut geeignet: Unternehmen, die eine Bank im Eigentum der Kunden bevorzugen. Für Unternehmensinhaber, die das genossenschaftliche Prinzip – Bank im Eigentum der Mitglieder, nicht der Aktionäre – schätzen, ist die Volksbank die konsequenteste Wahl. Die Mitbestimmung über die General- oder Vertreterversammlung und die Dividendenteilhabe sind Merkmale, die keine andere Bankengruppe in dieser Artikelserie in dieser Form bietet.

Gut geeignet: Unternehmen, die ein institutsbezogenes Sicherungssystem schätzen. Die freiwillige Sicherungseinrichtung des BVR soll Institute stabilisieren und dadurch Kundeneinlagen schützen. Für größere Liquiditätsbestände ist jedoch zwischen diesem Schutzansatz und dem grundsätzlich auf 100.000 Euro je Einleger und Bank begrenzten gesetzlichen Entschädigungsanspruch zu unterscheiden.

Eingeschränkt geeignet: Unternehmen, die digitale Zusatzfunktionen priorisieren. Rechnungsfunktionen sind beispielsweise über den VR Smart Guide verfügbar. Unterkonten, automatisierte Rücklagen und konkrete Softwareanbindungen sind je Institut und Produkt zu prüfen. Für digital arbeitende Unternehmen lohnt sich daher der Vergleich mit FYRST, Holvi, Kontist oder ING anhand der tatsächlich benötigten Funktionen, statt eine ganze Bankengruppe pauschal als weniger digital einzuordnen.

Überregionale Tarifwahl: Annahmebedingungen prüfen. Die regionale Verwurzelung begründet keine allgemeine Pflicht zur örtlichen Volksbank. Überregionale Angebote wie die Deutsche Skatbank zeigen, dass die Eröffnung außerhalb der unmittelbaren Wohn- oder Unternehmensregion möglich sein kann. Maßgeblich sind die Bedingungen des ausgewählten Instituts.

Unternehmenshintergrund: Die genossenschaftliche Finanzgruppe

Die genossenschaftliche Finanzgruppe umfasst 646 (Stand Ende 2025) regional eigenständige Volksbanken, Raiffeisenbanken, VR-Banken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Ihr Dachverband ist der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR), Die DZ BANK (Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank) ist Zentralbank und Spitzeninstitut der FinanzGruppe, nicht die übergeordnete Eigentümerin der selbstständigen Volksbanken. Sie unterstützt das Verbundgeschäft, betreut auch größere Firmenkunden und hält Beteiligungen an Verbundunternehmen.

Bankhintergrund, Aufsicht und weitere Informationen

Die Geschichte der Genossenschaftsbanken reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück: Hermann Schulze-Delitzsch gründete 1850 die ersten städtischen Kreditgenossenschaften; Friedrich Wilhelm Raiffeisen entwickelte im 19. Jahrhundert das genossenschaftliche Modell für ländliche Regionen. Das Prinzip war und ist dasselbe: Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung – Menschen schließen sich zusammen, um gemeinsam günstiger an Kapital zu kommen und wirtschaftliche Risiken zu teilen.

Als Genossenschaften sind Volksbanken und Raiffeisenbanken im Eigentum ihrer Mitglieder (Genossenschaftsanteilseigner), nicht im Eigentum externer Aktionäre oder der öffentlichen Hand. Wer ein Konto bei einer Volksbank führt, ist typischerweise eingeladen, Genossenschaftsanteile zu zeichnen und damit Mitglied – und Miteigentümer – der Bank zu werden. Das Mitbestimmungsrecht über die General- oder Vertreterversammlung und mögliche besondere Konditionen sind Merkmale der Mitgliedschaft.

Häufige Fragen zum Volksbank Geschäftskonto 2026

Gibt es ein bundesweit einheitliches Volksbank-Geschäftskonto?

Nein. Jede der 646 regionalen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland setzt ihre Kontomodelle, Grundgebühren, Buchungsgebühren und Freiposten eigenständig fest. Es gibt keinen bundesweit einheitlichen Tarif. Verbindliche Preise sind immer direkt bei der lokalen Volksbank oder Raiffeisenbank am Unternehmensstandort zu erfragen – entweder auf der Website des Instituts, im Preis- und Leistungsverzeichnis oder im persönlichen Beratungsgespräch.

Was kostet ein Volksbank Geschäftskonto typischerweise?

Die Kosten unterscheiden sich je Institut und Modell. Konkrete Beispiele sind 5 Euro monatlich für das Skatbank Trumpfkonto Business, für UG 10 Euro (Stand 01.10.2026), und 12 Euro für Berliner Volksbank Aktiv im Bronze-Level. Bei Berlin gelten weitere Level, ein Zuschlag für Nicht-Mitglieder und zusätzliche Buchungsentgelte; die veröffentlichten Preise sind zuzüglich Umsatzsteuer. Ein pauschaler Höchstpreis von 20 Euro oder ein einheitliches Freipostenmodell ist deshalb nicht zutreffend.

Was ist der Unterschied zwischen Volksbank und Raiffeisenbank?

Volksbanken und Raiffeisenbanken sind beide genossenschaftliche Kreditinstitute und Teil derselben genossenschaftlichen Finanzgruppe unter dem Dach des BVR und der DZ Bank. Sie teilen dieselbe Sicherungseinrichtung (BVR-Institutssicherung), das Verbundproduktportfolio (R+V, Union Investment, DZ Bank usw.) und das VR-Geldautomatennetz. Der historische Unterschied liegt in der Gründungsphilosophie: Volksbanken entstanden als städtische Kreditgenossenschaften (nach Schulze-Delitzsch), Raiffeisenbanken als ländliche (nach Raiffeisen). Heute sind die Unterschiede weitgehend historisch; viele Institute führen auch den kombinierten Namen „Volksbank Raiffeisenbank“.

Welche Einlagensicherung haben die Volksbanken?

Bei angeschlossenen Instituten besteht gesetzliche Einlagensicherung über die BVR Institutssicherung GmbH mit grundsätzlich bis zu 100.000 Euro je Einleger und Bank. Daneben besteht die freiwillige Sicherungseinrichtung des BVR zur Stabilisierung der Institute. Dieser zusätzliche Institutsschutz darf nicht als unbegrenzter gesetzlicher Entschädigungsanspruch dargestellt werden. Der Informationsbogen für den Einleger nennt das konkrete Sicherungssystem Ihres Instituts.

Kann ich bei der Volksbank als Genossenschaftsmitglied günstigere Konditionen bekommen?

Ja, bei vielen Instituten erhalten Mitglieder vergünstigte Konditionen. Die Berliner Volksbank etwa bietet Mitgliedern einen Mitgliedervorteil von 7 Euro monatlich bei den Geschäftsgirokonten. Die konkreten Mitgliedervorteile variieren je nach Institut und Kontomodell. Die Zeichnung von Genossenschaftsanteilen ist typischerweise mit einem Mindestbetrag verbunden (je nach Institut zwischen 50 und einigen Hundert Euro) und ist eine Beteiligung. Kündigungsfristen und die Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens richten sich nach Gesetz und Satzung; Geschäftsanteile sind nicht wie täglich verfügbares Kontoguthaben zu behandeln.

Geschäftskonto vergleichen – Volksbank und alle Alternativen

Ob Volksbank, Sparkasse, Commerzbank, FYRST oder ING: Im Vergleichsrechner können Sie die eingebundenen Angebote nach Ihrem Nutzungsprofil vergleichen. Nicht jede regionale Volksbank ist dort enthalten. Für deren konkrete Konditionen benötigen Sie zusätzlich die Informationen des jeweiligen Instituts.

  • Volksbank vs. Sparkasse: was unterscheidet Genossenschaft von öffentlich-rechtlicher Anstalt?
  • Gesetzliche Einlagensicherung und freiwilliger BVR-Institutsschutz: die Unterschiede
  • Bargeldversorgung: teilnehmende Automaten und konkrete Tarifentgelte prüfen
  • Mitgliedschaft und Genossenschaftsanteil: Vorteile und Verpflichtungen
  • Jetzt kostenlos im Vergleichsrechner

Zum Geschäftskonto-Vergleich →

Geschäftskonto-Vergleich · Kosten und Leistungen

Welches Geschäftskonto passt zu Ihnen?

Vergleichen Sie die Angebote für Ihre Rechtsform und Ihren Zahlungsverkehr.

Zum Geschäftskonto-Rechner →