Wise Geschäftskonto 2026 – Multi-Währungs-Konto, internationale Überweisungen und Einordnung für den deutschen Markt
Wise – bis 2021 unter dem Namen TransferWise bekannt – wurde 2011 in London gegründet und hat sich als spezialisierter Anbieter für internationale Zahlungen und Währungsumtausch etabliert. Das Wise Business-Konto ist kein klassisches Geschäftskonto im deutschen Sinne, sondern ein Multiwährungskonto, das primär auf internationalen Zahlungsverkehr ausgelegt ist: Mehr als 40 Währungen können auf einem einzigen Konto gehalten werden, Überweisungen in über 80 Länder sind möglich, und der Währungsumtausch erfolgt zum echten Interbanken-Wechselkurs – ohne versteckte Aufschläge, die bei traditionellen Banken Standard sind.
Was Wise strukturell von allen anderen in dieser Artikelserie besprochenen Anbietern unterscheidet: Es gibt keine monatliche Grundgebühr. Stattdessen fällt eine einmalige Einrichtungsgebühr von 45–50 Euro für den Zugang zu Business-Funktionen und lokalen Bankverbindungen an. Danach zahlen Nutzer ausschließlich für die tatsächlich genutzten Services – primär Währungsumtauschgebühren ab 0,43 % pro Transaktion. Für Euro-Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums fallen geringe oder keine Gebühren an.
Für den deutschen Markt gibt es eine wesentliche Einschränkung: Das Euro-Konto bei Wise erhält eine belgische IBAN (Länderpräfix BE), keine deutsche IBAN (DE). Das ist regulatorisch vollständig gültig – SEPA gilt für alle EU-Mitgliedsstaaten –, kann aber in der Praxis bei deutschen Behörden, Finanzämtern und einigen Geschäftspartnern zu Rückfragen führen, die eine deutsche IBAN erwarten.
Außerdem ist Wise kein klassisches Kreditinstitut, sondern ein EU-reguliertes Zahlungsinstitut unter Aufsicht der belgischen Nationalbank (NBB). Es gibt keine klassische Bankeinlagensicherung von 100.000 Euro; stattdessen greift das Safeguarding-Modell.
Wise Geschäftskonto 2026: Konditionen im Überblick
Multiwährungs-Konto · 40+ Währungen · keine monatliche Grundgebühr · Fokus: internationale Zahlungen
Monatliche Grundgebühr: 0 € – keine Kontoführungsgebühr
Einrichtungsgebühr (einmalig): 45–50 € für Business-Funktionen und lokale Bankverbindungen
IBAN: Belgisch (BE) für Euro · keine deutsche IBAN (DE)
Lokale Bankverbindungen: Empfangen in 9 Währungen (EUR, USD, GBP, AUD, CAD, NZD, SGD, HUF, RON) mit lokalen Kontodaten
Währungen halten: 40+ Währungen auf einem Konto
Währungsumtausch: Ab 0,43 % zum echten Interbanken-Wechselkurs · bis zu 75 Umtausche / 24 Stunden
SEPA-Überweisungen (EUR): Kostenlos oder sehr geringe Gebühr
Internationale Überweisungen: In 80+ Länder · Gebühr je nach Währung ab ca. 0,43 %
Sammelüberweisungen (Bulk): Verfügbar (bis 1.000 Zahlungen gleichzeitig)
Karten: 1 physische Debitkarte kostenlos + bis zu 3 virtuelle Karten
Bargeldabhebungen: 2 × kostenlos bis 200 € / Monat · ab 3. Abhebung: 0,50 € + 1,75 % auf Betrag über 200 €
Zinsen: Kein Tagesgeld / keine Verzinsung auf dem Geschäftskonto
Dispokredit: Nicht verfügbar
Bargeldeinzahlung: Nicht möglich
Regulierung: EU-Zahlungsinstitut · belgische Nationalbank (NBB) · BaFin via EU-Passporting
Einlagensicherung: Keine 100.000 €-Bankgarantie · Safeguarding (Gelder bei JP Morgan, Barclays u. a.)
API: Open API für Automatisierung und Systemintegration
DATEV: Keine direkte DATEV-Schnittstelle · Xero, QuickBooks und andere Buchhaltungstools via API
✅ Stärken von Wise Business
- Echter Interbanken-Wechselkurs – keine versteckten Devisenaufschläge
- 40+ Währungen auf einem Konto halten und verwalten
- Keine monatliche Grundgebühr
- Überweisungen in 80+ Länder zu günstigen Konditionen
- Sammelüberweisungen bis 1.000 Zahlungen gleichzeitig
- Open API für Automatisierung
- Volle Gebührentransparenz – Kostenrechner vor jeder Transaktion
- Xero, QuickBooks, SevDesk und weitere Buchhaltungsintegrationen
⚠️ Einschränkungen
- Belgische IBAN (BE) – keine deutsche IBAN (DE)
- Keine klassische Bankeinlagensicherung (100.000 €)
- Kein Dispokredit, keine Kreditlinie
- Keine Bargeldeinzahlung
- Keine DATEV-Direktschnittstelle
- 2024/25: Kontosperrungen durch NBB-Compliance-Maßnahmen
- Kein Tagesgeld / keine Verzinsung auf Guthaben
- Support primär per Chat – kein deutschsprachiger Telefonservice
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Unternehmenshintergrund: Wise als globaler Zahlungsspezialist
Wise wurde 2011 in London unter dem Namen TransferWise von Kristo Käärmann und Taavet Hinrikus gegründet – beide estnische Expats, die frustriert von den intransparenten Devisengebühren traditioneller Banken waren. Das Kernversprechen war radikal einfach: Währungsumtausch zum echten Interbanken-Wechselkurs, ohne die versteckten Margenaufschläge, die Banken auf den Mittelkurs aufschlagen. 2021 folgte die Umbenennung in Wise und der Börsengang an der Londoner Stock Exchange (LSE). Im Mai 2026 erfolgte der Wechsel des Primärlistings an die Nasdaq.
Wise hat heute nach eigenen Angaben rund 16 Millionen Kunden weltweit und verarbeitet ein jährliches Überweisungsvolumen von über 75 Milliarden Euro. Zu den Kunden zählen Privatkunden, Freelancer, KMUs und Konzerne. Als Technologiepartner ist Wise in zahlreiche Bankprodukte anderer Anbieter integriert – so auch in das N26-Geschäftskonto, das für internationale Überweisungen auf die Wise-Infrastruktur zurückgreift.
In der EU operiert Wise über die belgische Tochtergesellschaft Wise Europe SA, die von der belgischen Nationalbank (NBB) als Zahlungsinstitut reguliert wird. Wise ist kein Kreditinstitut und hält keine Banklizenz; es ist ein Zahlungsinstitut. In Deutschland ist Wise per EU-Passporting bei der BaFin registriert. Ende 2024 wurde Wise von der NBB zu einem formellen Remediation-Plan verpflichtet, da bei einer großen Anzahl von Konten Adressnachweise fehlten. Im Rahmen dieser Compliance-Maßnahme wurden 2024 und 2025 zahlreiche Konten vorübergehend gesperrt, bis die Nachweise erbracht wurden. Das verunsicherte viele Nutzer; die Sperrungen waren regulatorisch begründet und wurden nach Nachweiserbringung aufgehoben.
Das Wise Business-Konto: kein klassisches Geschäftskonto, sondern ein Zahlungs-Ökosystem
Wise Business ist konzeptionell kein klassisches Geschäftskonto in der Tradition der deutschen Filialbanken oder der in dieser Artikelserie besprochenen FinTechs wie FYRST, Holvi oder Kontist. Es ist ein Multiwährungs-Zahlungssystem mit Kontoführungsfunktion. Die primäre Stärke liegt im internationalen Zahlungsverkehr; klassische Bankfunktionen wie Dispokredit, Tagesgeld, DATEV-Anbindung oder Bargeldservice sind entweder nicht vorhanden oder sehr eingeschränkt.
Diese Positionierung macht Wise Business ideal als Ergänzungskonto für Unternehmen mit internationalem Zahlungsverkehr – und weniger geeignet als einziges Hauptkonto für ein deutsches Unternehmen mit klassischen Bankbedürfnissen.
Gebührenstruktur: keine Grundgebühr, aber Transaktionskosten
Das Wise Business-Konto hat keine monatliche Grundgebühr. Es gibt jedoch eine einmalige Einrichtungsgebühr von 45 bis 50 Euro (je nach aktuellem Angebot von Wise), die fällig wird, um Business-Funktionen freizuschalten: lokale Bankverbindungen in mehreren Währungen, Sammelüberweisungen, Daueraufträge und die physische Debitkarte. Wer Wise ausschließlich für ausgehende Überweisungen nutzt und keine lokalen Empfangskontonummern benötigt, kann das Konto ohne Einrichtungsgebühr verwenden.
Kostenlose Leistungen bei Wise Business
Folgende Leistungen sind bei Wise Business ohne laufende Gebühr nutzbar: Kontoführung in Euro und anderen Währungen, Euro-SEPA-Überweisungen (kostenlos oder sehr geringe Gebühr), Geldeingang in 9 Hauptwährungen über lokale Bankverbindungen, eine physische Debitkarte, bis zu drei virtuelle Karten sowie zwei Bargeldabhebungen pro Monat bis zu einer Gesamthöhe von 200 Euro.
Kostenpflichtige Leistungen
Währungsumtausch: Ab 0,43 % des Umtauschbetrags – die genaue Gebühr hängt vom Währungspaar ab und wird vor jeder Transaktion transparent im Wise-Rechner angezeigt. Das ist das Kernmerkmal von Wise: keine versteckten Devisenaufschläge, nur eine ausgewiesene Gebühr auf den echten Interbanken-Wechselkurs.
Bargeldabhebungen: Die ersten zwei Abhebungen bis zu einem Gesamtbetrag von 200 Euro monatlich sind kostenlos. Ab der dritten Abhebung oder wenn der Gesamtbetrag 200 Euro übersteigt, fallen 0,50 Euro Grundgebühr plus 1,75 % auf den Betrag über 200 Euro an. Für Unternehmen mit häufigem Bargeldabhebungsbedarf ist das ein relevanter Kostenfaktor.
Internationale Überweisungen (non-SEPA): Overweisungen in Länder außerhalb des SEPA-Raums und in Nicht-Euro-Währungen werden nach dem Währungsumtausch-Prinzip berechnet: jeweils der echte Interbanken-Wechselkurs plus eine transparente prozentuale Gebühr ab 0,43 %, die im Preisrechner vor der Überweisung angezeigt wird.
Der echte Wechselkurs: das Kernversprechen von Wise
Das differenzierende Merkmal von Wise ist der sogenannte Interbanken-Wechselkurs (auch: Devisenmittelkurs, Mid-Market-Rate). Dieser Kurs ist der Wechselkurs, der an den internationalen Devisenmärkten tatsächlich gilt – der Mittelwert zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs. Traditionelle Banken und viele FinTechs berechnen beim Währungsumtausch einen Aufschlag auf diesen Kurs von typischerweise 0,5 % bis 3 % – ohne diesen Aufschlag transparent auszuweisen. Wise berechnet nur eine ausgewiesene Gebühr ab 0,43 %, aber keinen versteckten Kursaufschlag.
Das bedeutet in der Praxis: Wer regelmäßig Rechnungen in US-Dollar, Britischen Pfund, Australischen Dollar oder anderen Währungen bezahlt oder empfängt, zahlt bei Wise erheblich weniger als bei einer klassischen Filialbank oder einem Standard-FinTech ohne Interbanken-Kurs-Zugang. Der Wise-Kostenrechner auf der Website zeigt für jede geplante Überweisung den genauen Gesamtpreis an, bevor eine Transaktion bestätigt wird.
💡 Rechenbeispiel: Wise vs. traditionelle Bank bei monatlichen USD-Zahlungen.
Ein IT-Dienstleister zahlt monatlich 5 Software-Lizenzen à 400 USD, insgesamt 2.000 USD.
Traditionelle Filialbank: EUR/USD-Aufschlag 1,5 % auf 2.000 USD ≈ Umtauschkosten ca. 26 € (bei aktuellem Kurs von ca. 1,10).
Wise Business: Gebühr ab 0,43 % ≈ ca. 7,80 € Umtauschgebühr.
Monatliche Ersparnis gegenüber Filialbank: ca. 18 €. Jahreseinsparung: ca. 220 €.
Bei Jahresvolumen von 50.000 USD im Außenhandel: Filialbank ~650 €, Wise ~215 € → Ersparnis ca. 435 € jährlich. Die einmalige Einrichtungsgebühr von 50 € amortisiert sich damit im ersten Monat.
Multiwährungskonto und lokale Bankverbindungen
Mit einem Wise Business-Konto können Unternehmen Guthaben in über 40 Währungen gleichzeitig halten. Für neun Hauptwährungen stellt Wise lokale Bankverbindungen bereit: Für Euro eine belgische IBAN (BE), für US-Dollar eine US-Routing-Number, für Britische Pfund eine britische Sort Code / Account Number, und weitere lokale Kontonummern für Australischer Dollar, Kanadischer Dollar, Neuseeländischer Dollar, Singapur-Dollar, Ungarischer Forint und Rumänischer Leu. Über diese lokalen Kontonummern können Zahlungen empfangen werden, als handelte es sich um ein lokales Konto im jeweiligen Land.
Das ist besonders relevant für Unternehmen, die Einnahmen aus mehreren Ländern erhalten: Ein deutsches Unternehmen mit US-Kunden kann Zahlungen direkt in US-Dollar empfangen, diese im Wise-Konto halten und bei Bedarf – wenn der Wechselkurs günstig ist – in Euro umtauschen. Diese Flexibilität ist bei klassischen deutschen Geschäftskonten nicht ohne Weiteres verfügbar oder mit erheblichen Zusatzgebühren (z. B. 9,90 Euro monatlich für ein Fremdwährungskonto bei der Commerzbank) verbunden.
Karten, Sammelüberweisungen und API
Debitkarten: Im Wise Business-Konto ist eine kostenlose physische Debitkarte (Visa oder Mastercard, je nach Region) enthalten sowie bis zu drei virtuelle Karten. Mit der Karte können Ausgaben in jeder auf dem Wise-Konto gehaltenen Währung getätigt werden – die Karte wählt automatisch die günstigste verfügbare Währung, wenn mehrere vorhanden sind. Apple Pay und Google Pay sind unterstützt.
Sammelüberweisungen (Batch Payments): Wise Business ermöglicht die Erstellung und Ausführung von bis zu 1.000 Überweisungen gleichzeitig – über eine CSV-Datei oder per API. Das ist besonders relevant für Unternehmen, die monatlich viele Lieferantenzahlungen, Freelancer-Honorare oder Gehaltsauszahlungen in verschiedenen Währungen verarbeiten.
Open API: Wise stellt eine vollständige Open API zur Verfügung, die es Unternehmen ermöglicht, Zahlungen, Währungsumtausche und Kontoauszüge automatisiert in eigene Systeme oder ERP-Software zu integrieren. Das ist ein Feature, das bei klassischen Geschäftskontoanbietern in dieser Zugänglichkeit nicht verfügbar ist.
Buchhaltungsintegrationen: Wise Business ist direkt mit Xero, QuickBooks und weiteren Buchhaltungssystemen integriert. Transaktionsdaten werden automatisch synchronisiert; Belege können direkt im System zugeordnet werden. Eine DATEV-Direktschnittstelle – für den deutschen Markt besonders relevant – ist nicht vorhanden. Für Unternehmen mit DATEV-Steuerberater ist ein manueller CSV-Export oder eine Drittlösung erforderlich.
Die belgische IBAN: was sie bedeutet und wann sie zum Problem wird
Für das Euro-Konto bei Wise erhalten Kunden in Deutschland eine belgische IBAN mit dem Präfix BE. Das ist rechtlich vollständig korrekt: Im SEPA-Raum sind alle EU-IBANs gleichwertig; kein Unternehmen und keine Behörde darf eine belgische IBAN diskriminieren oder ablehnen, solange es sich um eine SEPA-Überweisung handelt. Die europäische Zahlungsdienstrichtlinie (PSD2) verbietet IBAN-Diskriminierung ausdrücklich.
In der Praxis gibt es dennoch Situationen, in denen die nicht-deutsche IBAN zu Reibung führt: Einige ältere Onlinebanking-Systeme oder proprietäre ERP-Software können belgische IBANs nicht korrekt verarbeiten. Manche deutschen Behörden und Ämter erwarten explizit eine deutsche IBAN für Steuererstattungen, Sozialversicherungsabführungen oder Behördenzahlungen – und können eine belgische IBAN zwar technisch nicht ablehnen, aber intern für Verwaltungsaufwand sorgen. Für die Mehrwertsteuer-Voranmeldung, Steuererstattungen vom Finanzamt oder SEPA-Lastschriftmandaten kann es zu Rückfragen kommen.
Wer Wise als Nebenkonto für internationale Zahlungen nutzt und ein primäres deutsches Geschäftskonto für inländischen Zahlungsverkehr behält, löst dieses Problem strukturell. Wer Wise als einziges Geschäftskonto führen möchte, sollte die konkrete Kompatibilität mit dem eigenen Finanzamt, den Sozialversicherungsträgern und den wichtigsten Geschäftspartnern vorab klären.
Einlagensicherung und Regulierung: Safeguarding statt 100.000-Euro-Garantie
Wise ist kein Kreditinstitut und hält keine Banklizenz. In der EU operiert Wise als Zahlungsinstitut unter der Aufsicht der belgischen Nationalbank (NBB). Damit gilt nicht das europäische Einlagensicherungssystem (DGSD), das Bankeinlagen bis 100.000 Euro je Einleger absichert. Es gibt keinen staatlichen Garantiefonds für Wise-Kundengelder.
Stattdessen schützt Wise Kundengelder nach dem Safeguarding-Modell der EU-Zahlungsdienstrichtlinie (PSD2): Alle Kundengelder werden vollständig vom Wise-Betriebsvermögen getrennt und bei großen regulierten Partnerbanken (darunter JP Morgan und Barclays) sowie in sicheren europäischen Staatsanleihen verwahrt. Im Insolvenzfall von Wise wären diese Gelder aus der Insolvenzmasse herausgelöst und könnten an die Kunden zurückgegeben werden.
Das Safeguarding-Modell bietet einen regulatorisch verankerten Schutz, ist aber nicht identisch mit einer gesetzlichen Bankeinlagensicherung. Die Schutzwirkung ist in der Praxis hoch – insbesondere durch die Verwahrung bei JP Morgan und Barclays –, aber es gibt keinen staatlichen Garantiefonds. Für operative Zahlungskonten mit regelmäßigem Durchfluss ist das kein wesentliches Problem; für die Verwahrung größerer Liquiditätsreserven sollten Unternehmen die Unterschiede zur klassischen Bankeinlagensicherung berücksichtigen.
Hinweis zur regulatorischen Situation 2024/25: Ende 2024 verpflichtete die belgische Nationalbank Wise zu einem formellen Remediation-Plan, da bei einer großen Anzahl von Konten Adressnachweise fehlten. Im Rahmen dieser Compliance-Maßnahme wurden zahlreiche Konten vorübergehend gesperrt, bis die Kunden die entsprechenden Nachweise erbrachten. Diese Sperrungen waren regulatorisch begründet und wurden nach Nachweiserbringung aufgehoben. Die Situation führte bei einigen Nutzern zu zeitweisem Zugriffsverlust auf ihre Konten. Potenzielle Neukunden sollten die aktuellen regulatorischen Updates auf der Wise-Website prüfen.
Einordnung: Für wen eignet sich Wise Business?
Besonders geeignet: International tätige Unternehmen mit regelmäßigem Fremdwährungsverkehr. Wise ist die strukturell günstigste Lösung für Unternehmen, die regelmäßig in mehreren Währungen zahlen oder empfangen. Der echte Interbanken-Wechselkurs ohne versteckten Aufschlag, kombiniert mit den lokalen Bankverbindungen in neun Währungen, ist ein einzigartiger Mehrwert, den keine klassische deutsche Bank oder die meisten FinTechs in dieser Zugänglichkeit bieten.
Gut geeignet: Unternehmen mit Bedarf an Sammelzahlungen oder API-Integration. Bis zu 1.000 Überweisungen gleichzeitig, eine vollständige Open API und direkte Buchhaltungsintegrationen machen Wise für technologieorientierte Unternehmen mit automatisierten Zahlungsprozessen attraktiv.
Gut geeignet: Ergänzungskonto neben einem deutschen Hauptkonto. Für Unternehmen, die ein primäres deutsches Geschäftskonto mit deutscher IBAN, DATEV-Anbindung und Dispokredit führen und Wise ausschließlich für internationale Zahlungen nutzen, ist die belgische IBAN kein Problem. Diese Kombination ist eine pragmatische Lösung, die das Beste aus beiden Welten verbindet.
Eingeschränkt geeignet: Einziges Hauptkonto für deutsches Unternehmen ohne internationale Aktivitäten. Für rein national tätige Unternehmen gibt es günstiger positionierte Alternativen – insbesondere bei DATEV-Bedarf, Dispokredit-Anforderung oder der Erwartung einer deutschen IBAN durch Finanzamt und Behörden.
Nicht geeignet: Unternehmen mit Bedarf an Tagesgeld, Dispokredit oder klassischer Einlagensicherung. Wise bietet keine Verzinsung auf Guthaben, keinen Kontokorrentrahmen und keine 100.000-Euro-Bankeinlagensicherung. Wer diese Features benötigt, muss ein zusätzliches Konto bei einem anderen Anbieter führen.
Wise Business im Wettbewerbsvergleich
| Kriterium | Wise Business | Revolut Grow (ca. 30 €) | N26 Standard (0 €) | FYRST Base (0 €) | Deutsche Bank Basic (14,90 €) |
|---|---|---|---|---|---|
| Grundgebühr / Monat | 0 € (+ 45–50 € einmalig) | ca. 30 € | 0 € | 0 € | 14,90 € |
| IBAN | Belgisch (BE) | DE (in der Regel) | Deutsch (DE) | Deutsch (DE) | Deutsch (DE) |
| Wechselkurs | Echter Interbanken-Kurs ab 0,43 % | Interbanken (Kontingent) | Via Wise (Aufschlag) | Nicht verfügbar | Bankaufschlag 1–2 % |
| Währungen halten | 40+ Währungen | 150+ Währungen | EUR (Wise für Ausland) | EUR only | Nur via Fremdwährungskonto (9,90 € / Mon.) |
| SWIFT-Überweisungen | ✔ 80+ Länder | ✔ | ✗ | ✗ | ✔ |
| Sammelüberweisungen | ✔ bis 1.000 Zahlungen | ✔ | ✗ | ✗ | ✗ |
| Einlagensicherung | Safeguarding (kein 100.000 €-Garantiefonds) | 100.000 € IID (litauisch) | 100.000 € EdB | 100.000 € Deutsche Bank | 100.000 € EdB + BdB |
| DATEV-Schnittstelle | ✗ (Xero, QuickBooks) | ✗ | ✗ | Optional (+ Gebühr) | EBICS (DATEV separat) |
Stand Mai 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Wise IBAN: belgisch (BE). Wechselkursgebühren variieren je Währungspaar; stets den Wise-Preisrechner für konkrete Transaktionen nutzen. Stets aktuelle Konditionen auf wise.com/de/business prüfen.
Häufige Fragen zum Wise Geschäftskonto 2026
Ist das Wise Geschäftskonto kostenlos?
Wise Business hat keine monatliche Grundgebühr. Es gibt jedoch eine einmalige Einrichtungsgebühr von 45 bis 50 Euro, die fällig wird, um Business-Funktionen freizuschalten – lokale Bankverbindungen in neun Währungen, Sammelüberweisungen, Daueraufträge und die physische Debitkarte. Danach zahlen Kunden ausschließlich für tatsächlich genutzte Services: Währungsumtausch ab 0,43 %, internationale Überweisungen je nach Zielland und Währung sowie Bargeldabhebungsgebühren über das kostenlose Limit von 200 Euro monatlich hinaus.
Welche IBAN erhalte ich beim Wise Geschäftskonto in Deutschland?
Für das Euro-Konto bei Wise erhalten Kunden in Deutschland eine IBAN mit dem belgischen Länderpräfix BE – keine deutsche IBAN (DE). Das ist rechtlich vollständig gültig: Im SEPA-Raum sind alle EU-IBANs gleichwertig, und eine IBAN-Diskriminierung ist nach EU-Recht verboten. In der Praxis kann die belgische IBAN bei deutschen Behörden, Finanzämtern oder bestimmten ERP-Systemen zu Rückfragen führen. Wise bietet keine Möglichkeit, eine deutsche IBAN zu erhalten.
Welche Einlagensicherung gilt bei Wise?
Wise ist kein Kreditinstitut und unterliegt nicht der europäischen Einlagensicherungsrichtlinie (DGSD). Es gibt keinen staatlichen Garantiefonds, der Einlagen bis 100.000 Euro absichert. Stattdessen schützt Wise Kundengelder nach dem Safeguarding-Modell: Alle Kundengelder werden vom Wise-Betriebsvermögen getrennt bei regulierten Partnerbanken (darunter JP Morgan und Barclays) sowie in sicheren Staatsanleihen verwahrt. Im Insolvenzfall von Wise wären diese Gelder aus der Insolvenzmasse herausgelöst. Für operative Zahlungskonten ist das praktisch ausreichend; für die Verwahrung größerer Liquiditätsreserven sollten Unternehmen die Unterschiede zur klassischen Bankeinlagensicherung berücksichtigen.
Hat Wise Business eine DATEV-Schnittstelle?
Wise Business bietet keine direkte DATEV-Schnittstelle. Für die Buchhaltungsintegration stehen direkte Anbindungen an Xero und QuickBooks sowie eine Open API zur Verfügung. Transaktionsdaten können als CSV exportiert und manuell verarbeitet werden. Für Unternehmen mit einem deutschen Steuerberater, der auf DATEV-Direktexport angewiesen ist, ist Wise als alleiniges Hauptkonto daher nicht geeignet.
Kann eine GmbH ein Wise Geschäftskonto eröffnen?
Ja. Wise Business steht Einzelunternehmern, Freiberuflern, GbRs, GmbHs, UGs und anderen Unternehmensformen zur Verfügung. Die Kontoeröffnung erfolgt vollständig digital ohne Schufa-Prüfung. Für Kapitalgesellschaften sind Handelsregisterauszug und Gesellschaftsvertrag erforderlich. Wise gibt an, die Prüfung in der Regel innerhalb weniger Werktage abzuschließen.
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- ✔ Wise als Ergänzungskonto: welches Hauptkonto passt dazu?
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